Konzepte

Andere Länder – andere Vorlieben: Was die Stinkfrucht mit ethischem Verhalten zu tun hat

Andere Länder – andere Vorlieben: Was die Stinkfrucht mit ethischem Verhalten zu tun hat

Foto oben: Pixabay naturepost, Foto links: Stefan Beck

Gastautor: Stefan Beck

Pressebeck

Friedrich-Bergius-Ring 15

97076 Würzburg

Vor 5 Jahren bekam ich eine Stinkfrucht von einem Mitarbeiter eines befreundeten Unternehmens geschenkt. Er war zuvor in Thailand im Urlaub und wusste nicht wohin damit. Er fragte mich, ob ich mal eine probieren will. Sie wäre hochprozentig in Sachen Vitamine, aber sie entfalte auch eine andere Wirkung: Sie rieche übel, wenn man sie öffnet, sagte er.

In der Tat: Das Obst ist in Thailand und anderen asiatischen Ländern eine Delikatesse.

So nahm ich das Geschenk gerne an. Es war Sommer, 30 Grad im Schatten. Ich dachte mir, als ich daheim war: So, jetzt öffnest Du erstmal die Stinkfrucht mit einem Messer. Sie sieht in etwa wie eine Ananas aus. Ich war schon ganz gespannt, wie sie schmeckt. Vielleicht vergleichbar einer Ananas, dachte ich. Was ich völlig vergessen hatte… die Warnung des Mitarbeiters…..

Die Stinkfrucht hat nicht umsonst ihren Namen. Sie stank gewaltig und zwar so sehr, dass ich mir sogleich die Nase zuhielt. Aber wie die Stinkfrucht teilen, wenn ich mir gleichzeitig die Nase zuhalte?

Ich wusste, selbst wenn sie so gut schmeckt wie eine Ananas, kann ich diese Frucht unmöglich essen. Und meiner Partnerin wollte ich diesen vitaminhaltigen „Genuss“ erst recht nicht zumuten. So schnell ich die Stinkfrucht zerlegte, so rasch warf ich das Obst in die Mülltonne, die in der prallen Sonne stand. Nach kurzer Zeit schwante es mir: Bei 30 Grad Celsius im Schatten wird der Gestank womöglich für meine Mitbewohner im Mehrfamilienhaus unerträglich. Was also tun? Ich entschied mich, die Stinkfrucht, die nun noch übler roch als 30 Minuten vorher, aus der Mülltonne zu holen und sie in der Toilette meiner Wohnung zu versenken.

Doch die vermeintlich gute Idee erwies sich als wortwörtlicher Rohrkrepierer. Nachdem ich die Stinkfrucht im Clo entsorgt hatte, roch das ganze Bad von Stunde zu Stunde noch mehr nach der „Delikatesse“ aus Thailand. Aber ich konnte schlecht lüften, denn der Gestank verteilte sich sonst in der gesamten Wohnung – und von draußen kam die Hitze herein. Was also tun? Mir fiel nichts ein.

Ich wollte wenigstens meine Lebenspartnerin am Telefon vorwarnen, dass sie sich am Abend auf den erbärmlichen Geruch einer Frucht einstellen muss – der im Bad besonders ausgeprägt ist und inzwischen die halbe Wohnung erfüllt.

Mein Fazit: Ich bin ja aufgeschlossen für vieles, aber eine Stinkfrucht werde ich niemals kaufen. Auch nicht geschenkt verzehren. Und die Moral von der Geschicht`? Was in Thailand ein Genuss ist, ist in Deutschland alles andere als eine kulinarische Wonne. Andere Länder, andere Vorlieben – das gilt auch beim Obst.

Foto Pixabay: bluebeens

Man sollte allerdings den Thailändern deswegen nicht attestieren, dass sie keinen guten Geschmack hätten. Es ist eben so, dass man nicht alles durch die eigene Brille sehen darf. Und nicht alles mit der eigenen Nase werten sollte. Ein entscheidendes Indiz könnte allerdings zeigen, dass ich mit meinem Urteil den einen oder anderen Landesbewohner aus der Seele spreche. Auch in Thailand ist das Öffnen der Stinkfrucht in U-Bahn-Stationen und Hotels nicht erlaubt!

Gleichwohl lässt sich der Umgang mit einem solch „duftenden“ Obst mit etwas Phantasie auch auf andere Lebensbereiche übertragen. Etwa auf die Art und Weise, wie man in Thailand eine Person grüßt. Oder dass man sich in Tempeln die Schuhe auszieht, bevor man eintritt und dabei lange Hosen trägt. Fremde Sitten sind für uns ein Spiegel. Sie dienen auch dazu, selbst mal innezuhalten und nachzudenken, ohne jene Bräuche und Gewohnheiten sogleich mit gut oder schlecht zu werten. Vielleicht ist es (ethisch) korrekt und nur „anständig“, wenn man sie einfach akzeptiert, dass sie da sind. Beim „Anstand“ steht man „an“. Man tut nichts, man bleibt einfach stehen, ohne etwas zu ändern.

Gastautor: Stefan Beck

 

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Posted by Hanne Demel in Gastbeiträge, 2 comments
Deine Konzepte reichen weiter als du denkst – der Halo-Effekt! 

Deine Konzepte reichen weiter als du denkst – der Halo-Effekt! 

Zeichnungen: Hanne Demel

Hast du schon mal was vom Halo-Effekt gehört? Und hast du schon mal über deine eigenen Konzepte nachgedacht? Es gibt Effekte in deiner Wahrnehmung, die du kennen solltest, wenn du mit anderen Menschen klar umgehen willst.

Landkarten in deinem Kopf

Deine Vorerfahrungen haben bestimmte Landkarten in deinem Gehirn gebildet.Diesen Landkarten entsprechend ordnest du deinem aktuellen Gegenüber immer noch ein paar weitere Eigenschaften zu, die du bei ihm vermutest.

Diesen Effekt nennt man Halo-Effekt. Das bedeutet, dass deine Erwartungen die tatsächlichen Eigenschaften deines Gegenübers „überstrahlen“ können.

Der Halo-Effekt

Dein Kunde ist braunhaarig, trägt eine Hornbrille, Anzug und Krawatte. Unbewusst gehst du davon aus, dass er auch intelligent und zuverlässig ist.

Oder du hast jemanden vor dir, der jemandem, den du kennst, sehr ähnlich sieht. Du glaubst nicht, wie schwer es im Coaching sein kann, dich innerlich immer wieder zur Ordnung zu rufen, weil du denkst, du kennst DIESEN Menschen bereits.

Wie du wachsam bleiben kannst

Max der Coach aus dem Bohnenland„Klar gibt es Menschentypen, die sich charakterlich und äußerlich ähneln“, sagt Max, der Coach aus dem Bohnenland. „Aber bei der Zuordnung solltest du extrem große Vorsicht walten lassen. Am leichtesten geht das, wenn du dich immer wieder ganz öffnest und dich überraschen lässt. Ja, Offenheit kann man üben! Stell dir einfach immer wieder vor, du begegnest diesem Menschen gerade das erste Mal.“

Max erzählte mir mal von einer Klientin, die er ständig mit jemand anderem verwechselt hatte. Sein Gefühl, sie bereits zu kennen, ließ ihn zu forsch vorgehen. Dadurch hatte er sich nicht das Vertrauen dieser Klientin erarbeitet, so wie es zu Beginn des Coachings notwendig und wichtig gewesen wäre. Und sie dadurch verloren.

Sei dir immer deiner eigenen Konzepte und Gedankenmuster bewusst. Nur so kannst du diese auch in Frage stellen oder sie aktiv über Bord werfen. Und findest leichter und direkter Zugang zu deinem Gegenüber.

Dazu habe ich folgende Übung für dich:

Setze dich in ein Café und suche dir verschiedene Menschen aus. Nun denke dir Geschichten zu jedem Einzelnen aus. Wie lebt er, wie ist er. Lass deiner Fantasie freien Lauf.

Und nun vergleiche, welche Geschichten dir zu welchen Körpermerkmalen eingefallen sind. Reduziere deine Geschichten nun auf Stichpunkte und lass dich überraschen, welche Eigenschaften und weitere Zuordnungen du zu Haarfarbe, Größe, Kleidung etc. gemacht hast. Das ist der Halo-Effekt!

Und nun tausche die Geschichten, die du dir zu den einzelnen Menschen ausgedacht hast, aus Spaß und zur Übung einfach mal aus!

Bewusstsein ist alles!

Also vergiss nicht: Coaching ist ein feines Handwerk, das man lernen kann. Sei ein guter Coach!

Und noch was:

Die Coaching Tools sind übrigens auch für Führungskräfte geeignet, die ihre Mitarbeiter gut führen wollen. Wenn du jemanden kennst, empfehle doch diesen Blog oder auch meinen Newsletter einfach weiter. Das würde mich freuen.

 

Hanne Demel 

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Die hilfreichste Haltung im Coaching

Die hilfreichste Haltung im Coaching

Zeichnung: Hanne Demel

Max, der Coach aus dem Bohnenland, hat besonders in der Anfangszeit seiner Coaching-Karriere manchmal Blut und Wasser geschwitzt, weil ihm in einer systemischen Aufstellung nichts mehr eingefallen ist. Inzwischen ist er da sehr viel gelassener geworden. Und warum?

Im Lauf der Jahre hat er gelernt, dass er als Coach am besten gar kein Bewusstsein auf seine eigenen Konzepte richten sollte. Das entspannt ihn ganz ungemein.Er versucht sogar, sich für die Dauer einer systemischen Aufstellung völlig zu vergessen. Nur so, sagt er, ist er leer genug, dass er als Spiegel dienen kann für das, was sich zeigen möchte.

Das geht aber nur, weil er viel Zeit in seine eigene Entwicklung und in seine Selbstreflexion gesteckt hat. Denn nur dadurch hat er gelernt, seine Konzepte bewusst zurückzustellen und zu vergessen. Ansonsten handelt man unbewusst danach und lenkt eine Aufstellung in die Richtung, die zu den eigenen Vorstellungen von „Richtig“ und „Falsch“ passt. Damit kommt man aber nicht auf die tiefen Ebenen, die notwendig sind, um Veränderungen anzustoßen, sagt er.

Wie kommst du in den Flow

Hast du schon mal vom „Flow“ gehört? Das ist ein glücklicher Zustand von kreativer Selbstvergessenheit und absoluter Konzentration. In diesem Zustand haftest du an nichts an und bist frei von deinen eigenen Konzepten. Du denkst einfach über nichts nach.

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Zeichnung: Hanne Demel

Diesen Zustand kannst du erreichen, während du eine systemische Aufstellung anleitest. Erstens ermüdet die Arbeit dich dann nicht übermäßig stark und zweitens fühlst du dich freier, weil du nicht mit dem Kopf an die Sache rangehst sondern dich inspirieren und lenken lässt. Dein Denken hat Pause, was auf eine Art erholsam ist. Vertraue dem Prozess! Er weiß schon, wo er hin will… 😉

Bewusstes Spüren

Du bist in diesem Flow-Zustand nicht unbewusst sondern du spürst aktiv vor allem die tiefen und feinstofflichen Schichten. Und du nutzt deinen eigenen Körper als Resonanzboden. Was „fehlt“, ist lediglich das Gefühl des Getrenntseins, des Unterscheidens zwischen „ich hier drinnen“ und „du dort draußen“. Es ist stattdessen ein einziges großes gemeinsames Schwingen.

Dieser Flow entsteht mit der Zeit, wenn deine Erfahrung mit der systemischen Arbeit wächst und du die Voraussetzungen kennst, die die Dinge in eine friedvolle Ordnung bringen.

 

Das war selbst bei Max, dem Coach aus dem Bohnenland, nicht immer so

Wenn Max heute mit Schriftkarten arbeitet, spürt der Klient die Energie der Worte oft schon, während Max noch schreibt. Das, sagt er, ist das gemeinsame Schwingen, von dem er immer wieder spricht.

In diesem Sinne – mach dir deine Konzepte bewusst und lass sie dann ziehen. Und handle nur nach ethischen Grundlagen. So wird dein Coaching immer besser und effektiver.

 Hanne Demel

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