Klarheit

Welche Fragen helfen dir, ethisch zu entscheiden

Welche Fragen helfen dir, ethisch zu entscheiden

Foto Pixabay: geralt

Welche Ebenen kannst du abklopfen, wenn du ethisch entscheiden willst?

Gute und ethische Entscheidungen wollen erarbeitet werden. Doch wie geht das? Das ist gar nicht so leicht, ethisch zu entscheiden.

Eine Möglichkeit ist es, darüber zu reflektieren, aus welcher Ebene oder Geisteshaltung heraus du eine Entscheidung treffen willst. Continue reading →

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Wie wirken sich starke Emotionen auf deine Entscheidungen aus

Wie wirken sich starke Emotionen auf deine Entscheidungen aus

Foto Pixabay: Activedia

Starke Emotionen haben eine große Wirkung in deinem Geist 

  • Was passiert in dir, wenn du in starken Emotionen haften bleibst?
  • Wie kannst du da gegensteuern?
  • Wie kannst du deine Entscheidungen auf einer ethischen Basis treffen, die allen nützt?

Schau dir dazu dieses Video auf Youtube an!

Komm in meinen Onlineworkshop!

Hier findest du mehr Infos dazu.

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Hilfe, mein Kopf platzt! Vier edle Wahrheiten fürs Business…

Hilfe, mein Kopf platzt! Vier edle Wahrheiten fürs Business…

Foto iStock.com: castillodominici

Was haben vier edle Wahrheiten mit dem Business zu tun?

Kennst du solche Tage, an denen du alles im Griff hast und es wie am Schnürchen läuft? Und dann wieder hörst du deinen Posteingang förmlich nach Bearbeitung schreien – oder scheint das nur mir so zu gehen? ToDo-Listen werden länger statt kürzer. Gerade schraube ich an einem kniffligen Stück html-Code, weil mein Programmierer nicht erreichbar ist und ich’s dann halt mal eben schnell selber versuchen will. Da klingelt das Telefon. Komplexere Aufgaben türmen sich vor den Bugwellen meiner Tage auf wie Schnee vor einem Schneeschieber.

Geht’s dir auch so?

Deshalb habe ich mir mal wieder Vier edle Wahrheiten und den Achtfachen Pfad aus der buddhistischen Lehre angeschaut, weil sie helfen, den Kopf frei zu bekommen.

Vier Edle Wahrheiten:

1. Edle Wahrheit: Das Leben des Daseinskreislauf ist letztendlich leidvoll, denn das Dasein besteht aus Unvollständigkeit und Unvollkommenheit.

2. Edle Wahrheit: Jedes Leiden hat eine Ursache. Die Ursache des Leidens ist Anhaftung. Die Anhaftung entsteht aus Gier, Hass und Verblendung, also Unklarheit.

3. Edle Wahrheit: Es gibt einen Weg, Leiden zu beenden. Wenn die Ursachen erlöschen, erlischt das Leiden. Erkennt man also die jeweilige Ursache eines leidvollen Zustandes, dann kann man ihn beseitigen.

4. Edle Wahrheit: der Achtfache Pfad führt zur Befreiung aus dem Leiden, denn er beinhaltet Empfehlungen für korrektes Denken und Handeln, was die Anhaftung auflöst:

Foto iStock.com: BradenGunem

  • Rechtes Verständnis
  • Rechtes Denken
  • Rechte Rede
  • Rechte Handlung
  • Rechter Lebenserwerb
  • Rechte Anstrengung
  • Rechte Achtsamkeit
  • Rechte Konzentration

Und wie nützt mir das nun für mein Business?

Die 1. Edle Wahrheit: 
Alles, was ist, ist unvollständig und keinesfalls perfekt. Egal was ist, es wird immer zwei oder mehrere Seiten haben, es wird immer unvollständig bleiben. Es ist nicht möglich, jemals „fertig“ zu werden oder etwas absolut perfekt hinzubekommen. Das heißt, ich brauche auch gar nicht nach absoluter Perfektion zu streben. Das wird sowieso nichts…  100 Prozent geben und mit 60 bis 80 Prozent Ergebnis glücklich sein!

Die 2. Edle Wahrheit: 
Viele Menschen haben enorm hohe Ansprüche an sich selbst und an andere. Auch das ist eine Form von „Gier“ aus buddhistischer Sicht. Die Konzepte im Denken und Handeln, die den Rahmen einer Persönlichkeit bilden, sind auch für diese Erwartungen zuständig. Sie engen den Geist ein. Aus dieser Enge heraus entsteht Leiden, wenn z. B. Erwartungen nicht erfüllt werden.

Die 3. Edle Wahrheit:
Um die eigenen Konzepte zu erkennen, braucht es Ruhe und Selbstreflexion.

Welche Ansprüche habe ich tatsächlich an mich selbst? Was erwarte ich von anderen? Wie muss für mich die Welt sein, damit ich glücklich sein kann?

Wenn ich zum Beispiel den Anspruch habe, noch heute 30 Punkte von meiner To-Do-Liste abzuhaken, dann fühle ich mich am Abend schlecht, weil ich nur 10 Haken hinbekommen habe.

Wenn ich Aufmerksamkeit von meinem Partner erwarte und sie nicht kommt, bin ich enttäuscht.

Wenn ich erneut über ein ärgerliches Erlebnis nachdenke, bis ich mich wieder ärgere, vermiese ich mir mein eigenes Lebensgefühl.

Alles entsteht in mir selber und nur ich kann es tatsächlich ändern, indem ich meine Bedingungen und Erwartungen verändere.

Aber welches Gegenmittel bringt mich aus dem Leiden heraus?

Die 4. Edle Wahrheit: Das ist der Achtfache Pfad. Er beschreibt rechtes Denken und Handeln und die rechte Konzentration (auf die richtigen Dinge).

Wenn ich mich auf Dankbarkeit und Wertschätzung konzentriere, erzeugt das in mir Zufriedenheit. Wenn ich darauf achte, mit anderen respektvoll umzugehen, erzeugt das Respekt. Wenn ich darauf achte, die Qualitäten im Umgang mit anderen zu zeigen, die ich mir wünsche, erzeugt das Resonanz und ähnliches Verhalten. Und so weiter.

Wünschst du dir eine friedliche Welt, sei selber friedfertig. Wünschst du dir Aufmerksamkeit von anderen, wende dich anderen bewusster zu.

Diese Weisheit gibt es in allen Kulturen und Religionen. Da fällt mir ein Spruch ein, den mir schon meine Eltern beigebracht haben: „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu.“ Im Umkehrschluss bedeutet er auch: „Und was du willst, das man dir tu, das füge allen andern zu…! 😉

Tipp für einen freien Kopf:

Stelle dir ein paar Minuten die Weite des blauen Meeres und des blauen Himmels vor.

Öffne deinen Geist und lass dieses Gefühl der Weite in dich hinein. Lass alle Gedanken, die auftauchen, einfach weiterziehen, so wie ein stetiger Fluss, der ins Meer fließt. Lass auch all deine Konzepte und Vorstellungen aus dir herausfließen und räume in deinem Kopf auf. Dahinter entsteht Ruhe. In dieser Ruhe erholt sich das gestresste Gehirn und die Gesichtszüge glätten sich…

In diesem Sinne – sei „nicht derjenige, vor dem unsere Eltern uns immer gewarnt haben“ sondern derjenige, von dem du denkst, dass die Welt ihn dringend braucht. Friedlich, glücklich und voller Mitgefühl. Das wünsche ich dir!

Entscheidungen können sehr viel Leiden verursachen

Es ist verführerisch, an einer bevorzugten Option so sehr anzuhaften, dass du nicht mehr klar sehen kannst. Dadurch aber kann sehr viel Leid entstehen. Deine Anhaftung solltest du loslassen, um deinen Kopf und dein Herz wieder klar zu bekommen.

Wenn du dich quälst und in einer solchen Situation feststeckst, melde dich bei mir. Ich kann dich durch deinen Entscheidungsprozess begleiten.

Hanne Demel

Und wenn du mitdiskutieren willst, kannst du das gern hier im Kommentar tun! 🙂

Und wenn du eine Spende geben willst, kannst du das hier tun:

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Ethische Entscheidungen treffen – dazu braucht es die richtigen Tools

Ethische Entscheidungen treffen – dazu braucht es die richtigen Tools

Foto Pixabay: Ramdlon

Hast du schon mal vor einer Entscheidung gestanden, die weitreichende Konsequenzen hatte für dich persönlich oder für dein Business? Und warst du dabei emotional belastet? Emotionen können klare Entscheidungen massiv torpedieren.

Emotionen vernebeln den Blick

Wenn du zornig bist, solltest du möglichst gar keine Entscheidung treffen. Du würdest vermutlich das Kind mit dem Bade ausschütten. Wenn du ängstlich bist, zögerst du zu lange.
Du bist dir nicht sicher, welche Ressourcen dir zur Verfügung stehen. Du weißt auch nicht, wer dich unterstützen könnte und wie. Und wenn du vor Freude juchzt, ist das auch keine besonders stabile Entscheidungsgrundlage. Dein Überschwang könnte dich verleiten, zu weit zu gehen. Und so weiter.

Die Refraktärphase der Gefühlswallung

Wenn ein starkes Gefühl auftaucht, entsteht eine kurze Phase, in der die Wahrnehmung eingeschränkt ist. Man nennt sie „Refraktärphase“ und sie ist in etwa wie ein Tunnelblick. Das aktuelle Gefühl überdeckt fast alles andere. In diesem Moment solltest du am besten gar nichts entscheiden. Du kannst keine „vernünftige“ Beurteilung der Situation vornehmen.

Die Refraktärphase dauert mindestens ein paar Sekunden bis einige Minuten. In sehr emotionalen Situationen kann sie sogar einige Stunden anhalten. Erst dann öffnet sich der Blick wieder.

Also lass dir Zeit, wenn du Entscheidungen treffen musst!

Gedankenkreisel versus Vorwärtsenergie

Für- und Wider-Stimmen in deinem Kopf machen es unmöglich, einen klaren Standpunkt zu finden. Das kann sich quälend lange hinziehen, je nachdem, was für ein Typ du bist.

Dann ist es wichtig, Entscheidungen in größeren Zusammenhängen mit ihren Auswirkungen zu betrachten. Es geht dann nicht darum, dass du dir mehr Zeit nimmst, sondern dass du deine Optionen SPÜRST. Gedankenkreisel schneiden dich nämlich von deinem Körpergefühl ab.

Probier mal Folgendes aus:

Wenn du gerade vor einer Entscheidung stehst und sehr emotional bist, dann erlaube dir bewusst, erst morgen oder übermorgen zu entscheiden. Nimm dir mehr Zeit, als du’s üblicherweise tun würdest. Beobachte dabei, wie sich deine Gefühle im Lauf der Tage verändern. Ich bin z. B. jemand, die sehr schnell entscheidet und handelt. Das habe ich oft schon recht teuer bezahlt.

Wenn du eher jemand bist, der in Gedankenkreiseln gefangen ist, dann versetze dich doch mal gedanklich in die verschiedenen Optionen. Stell sie dir vor, du hättest jeweils schon so entschieden. Und nun spüre ganz genau und in aller Ruhe, wie sich das anfühlt. Beziehe deinen ganzen Körper ein. Manchmal kann man so schon spüren, was das Richtige ist.

Manchmal braucht es auch einen Blick von außen

Deine Reaktionen und auch deine Entscheidungen entstehen aus tiefen Gewohnheiten. Ganz so leicht kommst du da nicht raus. Wenn du ein Werkzeug hast, das dir einen Blick von außen ermöglicht, kann dir das Klarheit bringen. Eine systemische Aufstellung z. B. ist so ein Werkzeug.

In einer Aufstellung kannst du deine verschiedenen Optionen ausbreiten und unmittelbar spüren, wie sie sich anfühlen. Du kannst auch verschiedene Aspekte einbeziehen und dir darüber Klarheit verschaffen, wie sie sich auswirken.

Hanne Demel

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Deine Konzepte reichen weiter als du denkst – der Halo-Effekt! 

Deine Konzepte reichen weiter als du denkst – der Halo-Effekt! 

Zeichnungen: Hanne Demel

Hast du schon mal was vom Halo-Effekt gehört? Und hast du schon mal über deine eigenen Konzepte nachgedacht? Es gibt Effekte in deiner Wahrnehmung, die du kennen solltest, wenn du mit anderen Menschen klar umgehen willst.

Landkarten in deinem Kopf

Deine Vorerfahrungen haben bestimmte Landkarten in deinem Gehirn gebildet.Diesen Landkarten entsprechend ordnest du deinem aktuellen Gegenüber immer noch ein paar weitere Eigenschaften zu, die du bei ihm vermutest.

Diesen Effekt nennt man Halo-Effekt. Das bedeutet, dass deine Erwartungen die tatsächlichen Eigenschaften deines Gegenübers „überstrahlen“ können.

Der Halo-Effekt

Dein Kunde ist braunhaarig, trägt eine Hornbrille, Anzug und Krawatte. Unbewusst gehst du davon aus, dass er auch intelligent und zuverlässig ist.

Oder du hast jemanden vor dir, der jemandem, den du kennst, sehr ähnlich sieht. Du glaubst nicht, wie schwer es im Coaching sein kann, dich innerlich immer wieder zur Ordnung zu rufen, weil du denkst, du kennst DIESEN Menschen bereits.

Wie du wachsam bleiben kannst

Max der Coach aus dem Bohnenland„Klar gibt es Menschentypen, die sich charakterlich und äußerlich ähneln“, sagt Max, der Coach aus dem Bohnenland. „Aber bei der Zuordnung solltest du extrem große Vorsicht walten lassen. Am leichtesten geht das, wenn du dich immer wieder ganz öffnest und dich überraschen lässt. Ja, Offenheit kann man üben! Stell dir einfach immer wieder vor, du begegnest diesem Menschen gerade das erste Mal.“

Max erzählte mir mal von einer Klientin, die er ständig mit jemand anderem verwechselt hatte. Sein Gefühl, sie bereits zu kennen, ließ ihn zu forsch vorgehen. Dadurch hatte er sich nicht das Vertrauen dieser Klientin erarbeitet, so wie es zu Beginn des Coachings notwendig und wichtig gewesen wäre. Und sie dadurch verloren.

Sei dir immer deiner eigenen Konzepte und Gedankenmuster bewusst. Nur so kannst du diese auch in Frage stellen oder sie aktiv über Bord werfen. Und findest leichter und direkter Zugang zu deinem Gegenüber.

Dazu habe ich folgende Übung für dich:

Setze dich in ein Café und suche dir verschiedene Menschen aus. Nun denke dir Geschichten zu jedem Einzelnen aus. Wie lebt er, wie ist er. Lass deiner Fantasie freien Lauf.

Und nun vergleiche, welche Geschichten dir zu welchen Körpermerkmalen eingefallen sind. Reduziere deine Geschichten nun auf Stichpunkte und lass dich überraschen, welche Eigenschaften und weitere Zuordnungen du zu Haarfarbe, Größe, Kleidung etc. gemacht hast. Das ist der Halo-Effekt!

Und nun tausche die Geschichten, die du dir zu den einzelnen Menschen ausgedacht hast, aus Spaß und zur Übung einfach mal aus!

Bewusstsein ist alles!

Also vergiss nicht: Coaching ist ein feines Handwerk, das man lernen kann. Sei ein guter Coach!

Und noch was:

Die Coaching Tools sind übrigens auch für Führungskräfte geeignet, die ihre Mitarbeiter gut führen wollen. Wenn du jemanden kennst, empfehle doch diesen Blog oder auch meinen Newsletter einfach weiter. Das würde mich freuen.

 

Hanne Demel 

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Stress im Arbeitsalltag bewältigen, ohne innerlich zu kündigen:

Stress im Arbeitsalltag bewältigen, ohne innerlich zu kündigen:

Foto Pixabay: andreas160578

Stressabbau im Alltag: Warum du Gleichmut brauchst statt Gleichgültigkeit

Viele Menschen begegnen dem Stress im Arbeitsalltag nach einiger Zeit mit Gleichgültigkeit. Sie kündigen quasi innerlich. Doch damit geht’s ihnen nicht besser. Im Gegenteil.
Gleichgültigkeit ist eine Form von stiller Aggression und Abwertung. Sie entspringt einem Geist der Härte und des Getrenntseins. Gleichgültigkeit verletzt andere Menschen, denn wahrgenommen zu werden und wichtig zu sein ist ein menschliches Grundbedürfnis.

Stress im Arbeitsalltag mit Gleichmut auflösen

Gleichmut ist etwas völlig anderes. Es ist ein unerschütterlicher Geist, der sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt. Das japanische Wort für diesen unerschütterlichen Geist ist übrigens Fudoshin. In diesem Geisteszustand hast du inneren Raum und haftest an nichts wirklich an. Du verurteilst nichts, sondern behältst deine Mitte und deine Stabilität. Du bist voller Mitgefühl. Du schneidest nichts ab sondern bleibst im Kontakt. Zugleich hältst du innerlich ausreichend Distanz, um deine emotionalen Reaktionen im Griff zu behalten und zu lenken.

Warum verwechseln dann so viele Leute das Wort Gleichmut mit Gleichgültigkeit?

Das Wort Gleichmut wird vor allem in der buddhistischen Ethik benutzt. Es ist für uns „Westler“ noch immer etwas ungewohnt. Doch es gibt auch andere Worte, die diesen inneren Zustand der Verbindung und des Mitgefühls beschreiben: innere Distanz, innerer Friede, Unerschütterlichkeit, innere Ruhe…
Doch warum schreibe ich darüber?

Ich möchte dir ein paar Möglichkeiten zeigen, Gleichmut zu entwickeln:

Denn Gleichmut erzeugt Klarheit. So kannst du die schwierigsten Situationen meistern.

  • Du bist dann in der Lage, einen stressigen Arbeitsalltag zu bewältigen ohne dass dein Blutdruck steigt oder du Tourett kriegst.
  • Du kannst klare Entscheidungen treffen, ohne sie hinterher zu bereuen.
  • Du kannst Konflikte lösen, ohne die Axt auszupacken.
  • Und so weiter…

Gleichmut entsteht immer dann, wenn du es schaffst, innerlich Distanz herzustellen und zugleich dein Mitgefühl zu aktivieren. Mitgefühl hält die Verbindung und hilft dir, im Kontakt zu bleiben.

Deshalb probier mal folgendes aus:

  • Aktiviere in dir ein sehr warmes und herzliches Gefühl, zum Beispiel indem du an jemanden denkst, den du sehr gern magst.
  • Nun spüre, was in deinem Körper passiert. Was fühlst du? Wie ist dein Atem? Wie schlägt dein Herz? Welche Art von Entspannung spürst du im Körper? Gibt es ein Gefühl der Wärme irgendwo?
  • Nun stell dir vor, dein Leben zieht an deinem geistigen Auge vorbei, so als wenn du dich einmal um deine Achse drehst und dabei in alle deine Bereiche mal kurz reinschaust.
  • Versuche dabei, das Körpergefühl, das du gespürt hast, die ganze Zeit über aufrecht zu erhalten. Lass deinen Atem langsam und entspannt fließen.
  • Wenn nun etwas vor deinem geistigen Auge auftaucht, das dieses Gefühl aus deinem Körper vertreibt, rücke dieses Bild innerlich etwas weiter von dir weg. So weit, bis du das schöne angenehme Gefühl wieder in dir spüren kannst.
  • Wenn etwas auftaucht, das dich so richtig aus der Ruhe bringt, dann dreh dich innerlich ein Stückchen davon weg. Lass es einfach „links liegen“ und hol dir dein angenehmes Gefühl zurück.

Geh so immer wieder durch alle Bereiche deines Lebens und rücke alles in die Distanz, in der du sowohl eine liebevolle Verbindung als auch inneren Abstand bewahren kannst. Du kannst das an dem guten warmen Gefühl in dir messen, an deinem Atem und deiner Körperentspannung.

Übe das täglich, dann wird Gleichmut in dir wachsen und sich festigen. Du kannst damit deine Lebensqualität enorm steigern. Und die Leute werden dich fragen, wie du es schaffst, eine solche Ruhe auszustrahlen…

Wenn du ein paar weitere Übungen kennen lernen möchtest, die dir in kurzer Zeit helfen, Stress im Alltag abzubauen, dann hol dir meinen 5-Tage-Onlinekurs „Stressabbau im Alltag“.

Hanne Demel

PS: Dieser Artikel ist im August 2017 auch im XING-Magazin erschienen !

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Warum Mitgefühl hilfreich ist, Mitleid aber nicht

Warum Mitgefühl hilfreich ist, Mitleid aber nicht

Foto iStock.com: m-gucci

Vor kurzem habe ich eine Bekannte getroffen, die mir von der Misere einer Nachbarin erzählte. Ihr Mitleid mit der Nachbarin war grenzenlos. Ebenso ihr Gefühl von Hilflosigkeit. Sie lamentierte und redete sich immer mehr in Rage. Am Ende war sie fix und fertig und total gestresst. Und ich auch…

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl?

Wer „mit-leidet“, hat das Gefühl, nichts entgegensetzen zu können. Er erlebt sich hilflos. Und Hilflosigkeit schwächt das gesamte System.

Außerdem entsteht durch Mitleid leicht ein Gefälle. Spür mal diesen Worten nach: „Du tust mir leid, du Ärmste. Dass es bei dir aber auch immer wieder so dick kommt! Wenn ich nur wüsste, wie ich dir helfen kann…“

Da schwingt auch eine Spur von Arroganz mit. Ich schaue auf den anderen herab, wenn ich so spreche. Außerdem habe ich keine Idee, wie ich wirklich helfen könnte. Mir fehlt der innere Abstand. Und meine Worte tun der Bemitleidenswerten nicht besonders gut, denn sie verstärken das Leiden anstatt es zu lindern. Ich bestätige ihr nur, wie bedauernswert sie ist.

Mitleid fördert Burnout

Wenn ich keinen inneren Abstand habe, setze ich mich selbst zu stark in Bezug zum Leiden.

Dies ist übrigens eine Ursache für Ausbrennen. Psychische Gefährdungsbeurteilungen in Krankenhäusern haben gezeigt, dass Krankenschwestern, die sehr viel Mitleid empfinden,  schneller in einen Burnout rutschen als Krankenschwestern, die Mitgefühl entwickeln. Deshalb ist Mitgefühl so enorm wichtig.

Mitgefühl und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit

Dinge aus eigener Kraft verändern zu können, schafft Selbstvertrauen und Vertrauen ins Leben. Diese Erfahrung der „Selbstwirksamkeit“ brauchst du, um mitfühlen zu können.

Das Vertrauen in dich, dass du hilfreich sein kannst, ist entscheidend. Oft muss es auch gar keine große Handlung sein. Manchmal genügt es, einfach da zu sein und nichts zu sagen. Etwas „aushalten“ zu können und da zu bleiben ist schon Trost spendend.

Du brauchst eigentlich nur genau beobachten, welche Wirkungen deine Handlungen haben. Dann weißt du auch, was gerade am hilfreichsten ist.

Mitgefühl entsteht durch Aufmerksamkeit

Wenn ich mitfühle, geht es nicht um mich. Ich sehe und spüre das Leiden, ohne es in Bezug zu mir selbst zu setzen. Ich halte innerlich Distanz, ohne meine Aufmerksamkeit für das Leiden zu verlieren. Innere Distanz erzeugt Handlungsfähigkeit.

Das erst lässt mich die richtigen Worte finden, die richtigen Dinge tun, die das Leiden nicht verstärken sondern vermindern. In mir bleibt es ruhig, außer Mitgefühl ist kein anderes Gefühl in mir.

Deshalb wird Mitgefühl in allen religiösen und spirituellen Traditionen angestrebt. Es schützt dich und hilft dir, dich nicht als Opfer zu fühlen.

Beobachte dich mal selbst in der nächsten Zeit. Wann fühlst du dich hilflos und wann kraftvoll im Angesicht von Leiden…

Hanne Demel

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  Der Einstieg in die Coaching-Session

 Der Einstieg in die Coaching-Session

Zeichnung: Hanne Demel

Der Aufbau von Vertrauen ist enorm wichtig. Dein neuer Klient soll sich entspannen können, und zwar möglichst vom ersten Augenblick an. Wenn er vorher noch nie dagewesen ist, fühlt er sich vermutlich unsicher, nervös, vielleicht etwas misstrauisch. Zumindest ist er vorsichtig.

Schauen wir doch mal, wie Max, der Coach aus dem Bohnenland, das macht. Max geht ganz unbeschwert und sehr herzlich auf neue Klienten zu. Zunächst holt er die Leute direkt an der Eingangstür ab. Und das nicht nur, weil der Türöffner meistens kaputt ist…

Er bringt sie in seinen Beratungsraum und bietet ihnen Platz an. Klar, denkst du jetzt sicher, was denn auch sonst.

Die Session beginnt an der Tür

Schon an der Haustür beginnt Max unbemerkt zu arbeiten. Seine Aufmerksamkeit ist voll und ganz auf den neuen Klienten gerichtet. Er nimmt bereits viele Details wahr, denn er beobachtet Körperhaltung, Körperspannung, Bewegung, Blick und vieles mehr. Deshalb sieht er meist schon an der Tür, ob sein neuer Klient mit einer depressiven Haltung kämpft, angestaute Energie oder unausgedrückte Emotionen mit sich herumträgt.

Tee oder Kaffee – das ist hier die Frage …

… und ein bisschen Smalltalk, um das Eis zu brechen. Und bevor es dann so richtig losgeht, erklärt er kurz etwas über seine Arbeitsmethoden und über den systemischen Blick. Und dass die wichtigen Punkte oft nicht dort zu finden sind, wo der Klient sie bisher vermutet hat.

Max fordert am Anfang und auch zwischendurch immer wieder ganz bewusst auf, die bisherigen Überlegungen beiseite und sich überraschen zu lassen von dem, was auftaucht. Jedes Gefühl von Überraschung ist gut, sagt Max. Denn dort bewegt sich sein Klient schon außerhalb der gewohnten Denkmuster.

Und er sagt den Leuten, dass sie ihm jederzeit widersprechen können und sollen, wenn er etwas falsch verstanden hat. Das schenkt dem neuen Klienten Sicherheit und das Gefühl, die Kontrolle zu behalten.

Auch der Smalltalk ist ein Hinweis

Manche Leute brauchen am Anfang ein bisschen mehr, manche ein bisschen weniger Smalltalk. Eine Faustregel ist, dass der Smalltalk umso kürzer ausfällt, je höher der innere Leidensdruck ist.

Allerdings, sagt Max, wenn jemand aus dem Smalltalk nicht mehr herauskommt, ist die Angst vor dem Thema groß. Dann versucht Max vorsichtig tiefer einzutauchen, indem er Themen aufgreift, Fragen stellt. Und zwar so lange, bis er den Einstieg gefunden hat.  

Wie schaffst du eine vertrauensvolle Atmosphäre?

Am Anfang steht die Entspannung. Max schenkt heißen Tee oder Kaffee ein, der Raum ist gemütlich und ausreichend warm. Im Zweifelsfall lieber zu warm als zu kalt. Das alles trägt dazu bei, dass der Klient sich „zu Hause“ fühlt. Und das will Max erreichen, das Gefühl, zu Hause zu sein, vertraut, nah und in Sicherheit.

Was brauchst du selbst

Manchmal kommen Klienten sehr ängstlich und verspannt. Wenn dann deine Spiegelneuronen diese Ängstlichkeit aufnehmen und du die Spannung deines Klienten wiederspiegelst, wirst du eine schwierige Session erleben. Dann braucht es den bewussten Einsatz von Techniken, die bei der Entspannung helfen, damit ihr beide euch wohlfühlen könnt.

Beobachte dich in der nächsten Zeit, was du selbst brauchst, um dich entspannt und in Sicherheit zu fühlen, << Test Vorname >>. Je bewusster dir das ist, umso leichter kannst du es einsetzen und für deine eigene Entspannung im Coaching sorgen.

Und beobachte auch, was andere Leuten brauchen und was du unwillkürlich selbst tust, wenn andere sich bei dir wohlfühlen sollen.

Also bleib dran! Und vergiss nicht – Coaching ist ein feines Handwerk, das man lernen kann. Sei ein guter Coach!

Hanne Demel

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