Entwicklung

Ethische Entscheidungen treffen – dazu braucht es die richtigen Tools

Ethische Entscheidungen treffen – dazu braucht es die richtigen Tools

Foto Pixabay: Ramdlon

Hast du schon mal vor einer Entscheidung gestanden, die weitreichende Konsequenzen hatte für dich persönlich oder für dein Business? Und warst du dabei emotional belastet? Emotionen können klare Entscheidungen massiv torpedieren.

Emotionen vernebeln den Blick

Wenn du zornig bist, solltest du möglichst gar keine Entscheidung treffen. Du würdest vermutlich das Kind mit dem Bade ausschütten. Wenn du ängstlich bist, zögerst du zu lange.
Du bist dir nicht sicher, welche Ressourcen dir zur Verfügung stehen. Du weißt auch nicht, wer dich unterstützen könnte und wie. Und wenn du vor Freude juchzt, ist das auch keine besonders stabile Entscheidungsgrundlage. Dein Überschwang könnte dich verleiten, zu weit zu gehen. Und so weiter.

Die Refraktärphase der Gefühlswallung

Wenn ein starkes Gefühl auftaucht, entsteht eine kurze Phase, in der die Wahrnehmung eingeschränkt ist. Man nennt sie „Refraktärphase“ und sie ist in etwa wie ein Tunnelblick. Das aktuelle Gefühl überdeckt fast alles andere. In diesem Moment solltest du am besten gar nichts entscheiden. Du kannst keine „vernünftige“ Beurteilung der Situation vornehmen.

Die Refraktärphase dauert mindestens ein paar Sekunden bis einige Minuten. In sehr emotionalen Situationen kann sie sogar einige Stunden anhalten. Erst dann öffnet sich der Blick wieder.

Also lass dir Zeit, wenn du Entscheidungen treffen musst!

Gedankenkreisel versus Vorwärtsenergie

Für- und Wider-Stimmen in deinem Kopf machen es unmöglich, einen klaren Standpunkt zu finden. Das kann sich quälend lange hinziehen, je nachdem, was für ein Typ du bist.

Dann ist es wichtig, Entscheidungen in größeren Zusammenhängen mit ihren Auswirkungen zu betrachten. Es geht dann nicht darum, dass du dir mehr Zeit nimmst, sondern dass du deine Optionen SPÜRST. Gedankenkreisel schneiden dich nämlich von deinem Körpergefühl ab.

Probier mal Folgendes aus:

Wenn du gerade vor einer Entscheidung stehst und sehr emotional bist, dann erlaube dir bewusst, erst morgen oder übermorgen zu entscheiden. Nimm dir mehr Zeit, als du’s üblicherweise tun würdest. Beobachte dabei, wie sich deine Gefühle im Lauf der Tage verändern. Ich bin z. B. jemand, die sehr schnell entscheidet und handelt. Das habe ich oft schon recht teuer bezahlt.

Wenn du eher jemand bist, der in Gedankenkreiseln gefangen ist, dann versetze dich doch mal gedanklich in die verschiedenen Optionen. Stell sie dir vor, du hättest jeweils schon so entschieden. Und nun spüre ganz genau und in aller Ruhe, wie sich das anfühlt. Beziehe deinen ganzen Körper ein. Manchmal kann man so schon spüren, was das Richtige ist.

Manchmal braucht es auch einen Blick von außen

Deine Reaktionen und auch deine Entscheidungen entstehen aus tiefen Gewohnheiten. Ganz so leicht kommst du da nicht raus. Wenn du ein Werkzeug hast, das dir einen Blick von außen ermöglicht, kann dir das Klarheit bringen. Eine systemische Aufstellung z. B. ist so ein Werkzeug.

In einer Aufstellung kannst du deine verschiedenen Optionen ausbreiten und unmittelbar spüren, wie sie sich anfühlen. Du kannst auch verschiedene Aspekte einbeziehen und dir darüber Klarheit verschaffen, wie sie sich auswirken.

Hanne Demel

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Ethik in der Evolution – die notwendige Entwicklung einer ethischen Haltung

Ethik in der Evolution – die notwendige Entwicklung einer ethischen Haltung

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Gastbeitrag von Dr. Jürgen Kunz

Zusammenfassung: Eine Firmenphilosophie, die eine ethisch-moralische Orientierung erkennen lässt, ist – aus der Perspektive der Evolutionsbiologie – eine Art Software. Sie erlaubt es allen Mitarbeitern, sich als wertvollen Bestandteil des Unternehmens zu präsentieren. Sie bringt ein Element in den Businessalltag, der eng mit Leistungsfähigkeit und kooperativem Verhalten verbunden ist: Vertrauen.

 

1. Die Evolutionsgeschichte in der Ethik: welche Herausforderungen bedürfen einer ethischen Lösung?

Als Ethik verstehen ich hier eine Haltung, die Menschen mit einer Orientierung bzgl. des höchsten Gutes der Gemeinschaft und der Frage, nach dem richtigen Verhalten versorgt.

Evolutionsbiologen gehen davon aus, dass auch das Bedürfnis nach und die Fähigkeit zu ethischem Verhalten – wie viele andere mentalen Errungenschaften des Menschen – entstand, um soziale Herausforderungen zu meistern.

Soziale Interaktion

Um soziale Interaktionen produktiv zu gestalten, mussten unsere Vorfahren jede dieser Interaktionen und die dazugehörigen Personen abspeichern. Dies ist bis zu einer Gruppengröße von 150 Personen möglich. Ab dieser Grenze ist es aber schwierig, das zu gewährleisten ohne dass Einzelne Gefahr laufen übervorteilt zu werden. So konnten Primatologen zeigen, dass die Größe des Gehirns mit der Gruppengröße bei Primatenarten ansteigt. Um mehr Vertrauen untereinander herzustellen, entstanden neue Verhaltensweisen, wie beispielsweise der Konformismus. Hierbei gleichen Menschen ihr Verhaltens untereinander an. Ein anderes Beispiel ist der reziproke Altruismus, also Handlungen die anderen oder der Gruppe zugute kommen, für die es dann zeitversetzt und in anderen Kontexten eine Rückzahlung gibt. Man vertraut denen, die Teil der eigenen ethnischen Gemeinschaft sind und denen, die einen guten Ruf haben.

Vertrauen in Gruppen

Wie schwierig Vertrauen in größeren Gruppen herzustellen ist, zeigt die Entwicklung von Unternehmen nach dem Ende des Mittelalters. Ökonomie war damals Aufgabe von Familien. Unternehmen hingegen – in ihrer Eigenschaft als Companies of Strangers -, fehlte das nötige Vertrauen zwischen den Menschen (Paul Seabright. The Company of Strangers). Firmen hatten, wenn sie eine gewisse Größe erreicht hatten zwar Vorteile; mussten aber Kooperation erzwingen oder erkaufen. So waren die ersten größeren Unternehmen – wie die Hudson Bay Company – eher militärisch organisiert. In diese Unternehmen gab es vor allem vereinfachte und standardisierte Tätigkeiten, die Verpflichtung, das Verhalten der Mitarbeiter zu kontrollieren – auch im privaten Bereich – sowie ein vereinheitlichtes Äußeres und ein vereinheitlichtes Verhalten.

2. Ethik als Lösung unserer Vorfahren

Aus der Evolutionsbiologie läßt sich kein Gut und Böse ableiten. Die Naturgeschichte der Primaten zeigt, dass unsere haarigen Verwandten durchaus moralische Empörung kennen, wenn beispielsweise eine Gabe nicht erwidert wird. Die Tötung von Artgenossen aber, ob nun gruppenintern oder extern, nehmen sie im Eigeninteresse hin.

Auch beim Menschen läßt sich zeigen, dass ethisch-moralische Werte dann über Bord geworfen werden, wenn die eigene Existenz dauerhaft bedroht ist. Ein berühmtes Beispiel sind die Ik aus dem Kongo, die in einer solches Situation alle gesellschaftlichen Regeln über Bord warfen und selbst ihre Kinder vernachlässigten. Auch aus Europa gibt es solche Berichte, z.B. zu Zeiten der Pest. Die natürliche Auswahl belohnt Überleben und Reproduktion, nicht aber ethisches Verhalten per se. Damit ethisch-moralische Systeme überhaupt entstehen konnten, müssen Sie unseren Vorfahren einen großen Vorteil gebracht haben.

Ethisch-moralische Orientierung

An dieser Stelle gibt es somit den ersten Hinweis, warum eine ethisch-moralische Orientierung so wertvoll ist. Sie bedient das Bedürfnis nach Vertrauen und Gemeinschaft (und Komplexitätsverringerung), was so wertvoll ist, dass man diese erst dann aufgibt, wenn das eigene Leben bedroht ist.

Historisch ist in komplexeren Gesellschaften Ethik zumeist in religiöse Philosophien eingebettet. Diese werden von einer Reihe weiterer Elemente begleitet, wie teure Rituale, konformistisches Verhalten und Emotionen. Diese Aspekte werden in der weiteren Betrachtung außen vor gelassen. Am Beispiel der Diskussion um religiöse Philosophien soll im folgenden gezeigt werden, was genau Ethik so wertvoll machen kann.

3. Warum helfen ethisch-moralische Systeme beim Zusammenleben und Arbeiten?

Kulturwissenschaftler haben lange Kultur mit Verhalten gleichgesetzt. Auch in der Evolutionsbiologie entstand die Vorstellung (Reynolds & Tanner), dass religiöse Ethik Menschen dazu anleitet, sich angepasst und damit erfolgreich zu verhalten. Damit wäre auch Ethik eine jeder-kann-davon-profitieren-Anweisung. Diese Sichtweise hat leider drei Schönheitsfehler.

  1. Menschen machen einfach nicht das was Sie vorgeben zu tun bzw. das was ihre Kultur ihnen vorgibt (die ethnologische Literatur ist voller Beispiele davon)
  2. Viele Menschen kennen die Inhalte ihrer Religion oder anderen philosophischen Ausrichtungen nicht mal vollständig.
  3. Zudem sagt die Evolutionsbiologie voraus (Dawkins & Krebs), dass Signale primär entstanden, um andere Personen zu beeinflussen. Signalempfänger entwickelten ihre Sinne in Reaktion darauf so, dass sie möglichst nicht zu ihrem Nachteil manipuliert werden. Dies führte zu einer Signalevolution für ehrliche Das sind Signale, die es dem Signalempfänger möglich machen, verläßliche Informationen über den Signalsender zu erhalten. Das ist der Kern der evolutionsbiologischen Kommunikationstheorie. Signale dienen zuerst dem Signalsender und sollten schwer-zu-fälschen sein, um auch dem Signalempfänger sinnvolle Informationen zugänglich zu machen. Diese Signalevolution kann man auch bei vielen Tierarten finden. Sie sind schwer-zu-fälschen oder ehrlich, da sie für den Signalsender mit Kosten bzw. Nachteilen verbunden sind (Evolutionsbiologen nennen das auch Handicap). Beispiele sind die ziemlich unpraktischen Pfauenfedern, oder das riskante Verhalten der Graudrosslinge, die sich der Gefahr aussetzen, von Greifvögeln erbeutet zu werden, um einen speziellen Rang im Vogelschwarm zu erringen.

Symbole mit Leben erfüllen

Aussagen über Götter, ein höchstes Prinzip oder Gut und damit verbundene moralische Werte erfüllen aber nicht das Kriterium eines schwer-zu-fälschenden Signals; sie sind nur Worte.

Es ist also überhaupt nicht zu erwarten, dass es eine Übereinstimmung von ideellen Kulturelementen wie ethischen Gebilden und dem Verhalten von Menschen gibt. Das wäre so als würde man erwarten, dass Gewerkschaften besonders arbeitnehmerfreundlich gegenüber ihren eigenen Mitarbeitern sind. Ähnliches gilt für Kirchen.

Der Homo Symbolicus, der vor mehr als 100.000 Jahren entstand, strickt also virtuelle Welten, mit deren Hilfe Signale an die eignen Gruppe, den eigenen Stamm, aber auch das eigene Unternehmen gesendet werden. Und das vor allem in Situationen in denen Menschen unterschiedliche Interessen und Ziele haben. Aber warum?

 

4. Warum brauchen wir dann eine Ethik, wenn Sie nicht zu Verhalten verpflichtet?

Folgerichtig kann niemand wissen, ob der Kollege oder der Nachbar tatsächlich an eine Ethik, oder im Fall religiöser Zusammenhänge (die historisch – in der Regel – Ethik transportieren) an Götter und die damit verbunden Werte glaubt. Man kann nicht in die Köpfe der Menschen hineinschauen, weshalb dies von Wissenschaftlern auch als unverifiable propositions oder supernatural claims bezeichnen. Vorstellungen von übernatürliche Wesen zum Beispiel sind nur dann etwas religiöses, wenn sie von mehreren Personen als solche akzeptiert werden. Ansonsten werden diese Vorstellungen eher als Spinnerei bezeichnet! Zudem müssen diese Personen Erwachsene sein, denn wer glaubt schon an die Wesen, deren Existenz man Kindern vorgaukelt?

Doch diese Akzeptanz ist leider auch kein hinreichendes Kriterium. Man kann ja immer noch nicht wissen, ob diese Leute das wirklich glauben, was sie vorgeben zu glauben.

Gemeinsame Aussagen geben Sicherheit

Gemeinsam eine Aussage zu verifizieren, die man nicht beweisen kann, bedeutet aber, eine kritische Haltung aufzugeben. Damit akzeptiert man den Einfluss anderer Personen, ohne sich auf seine eigene Wahrnehmung zu verlassen. Dadurch entstehen Beziehungen untereinander, die durch die gemeinsame Akzeptanz gegenseitigen Einflusses bestimmt wird.

Dies schafft Kooperation und Vertrauen unter Fremden. Religionen bzw. ethisch-moralische Philosophien bestehen aus Veranstaltungen bei denen über nicht zu beweisende oder sozial konstruierte Inhalte gesprochen wird, die die Gemeinschaft unterstützen.

Was hat das mit Storytelling zu tun

Das was ethisch-moralische Systeme ausmacht ist somit vor allem das Storytelling, also das gemeinsame sprechen über Werte und das ethisch-moralisch Richtige. Deshalb sind auch Ursprungsgeschichten (in Stammesgesellschaften aber auch in Unternehmen), aber durchaus auch Märchen und Mythen so weit verbreitet. Religiös muss das nicht sein. Dieser talk unterscheidet sich in der Art und Weise wie man spricht von der Alltagssprache, was ihm eine besondere Wertigkeit gibt.

 

5. Die Arbeitsweise des Limbischen Systemes: Zusammenfassung

Das Limbische System (die emotionale Schaltzentrale) des Menschen lebt in einer archaischen Welt. Es reagiert sehr sensibel auf vermeintliche Gefahren. In vielen Unternehmen arbeiten Menschen in andauernden Stresssituationen, was vom Limbischen System durchaus als existenzbedrohend interpretiert wird. Für diesen permanenten Stress gibt es viele Gründe. Einer ist, dass Menschen, die limbisch in einer Welt von Fremden arbeiten, einen ebenso archaischen Impuls zur Flucht, zum Kampf oder zum Erstarren (Totstellreflex) verspüren. Das führt zu einem Teufelskreis von Nichtbeachtung ethischer Standards, Misstrauen, noch mehr Stress etc. und damit verminderter Leistungsfähigkeit und Kooperationsbereitschaft.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine gemeinsame ethisch-moralische Orientierung Menschen nicht zwingend zu einem bestimmten Verhalten ermutigt. Sie ist auch nicht primär dazu da, Menschen den rechten Weg zu lehren, sondern diese durch ethische Grundprinzipien, in eine Vertrauenssituation zu bringen, wie sie ganz ähnlich in Familien vorherrscht.

 

Fremde zusammenbringen und Vertrauen schaffen

Ethische Grundprinzipien sind das Ergebnis einer Signalevolution (nicht der natürlichen Auswahl). Unternehmen sind mit dem gleichen Problem konfrontiert wie unsere Vorfahren vor 100.000 Jahren: wie schaffe ich Vertrauen unter Mitarbeitern einer Firma, die man auch als Company of Strangers bezeichnen kann.

Fehlt dieses Vertrauen, arbeiten Menschen unter dauerhaftem Stress, was weder der Gesundheit, noch den Arbeitsergebnissen gut tut.

Wichtig ist dabei vor allem die gemeinsame Akzeptanz des Ethiktalks oder des Storytellings, zum Beispiel über die Entstehungsgeschichte des Unternehmens, der Menschen verbindet. Es ist nicht zwingend der Glaube des Einzelnen an die damit verbundenen ethische Werte!

Storytelling ist deshalb von so großem Wert, da es den besonderen Wert in der Vergangenheit etablierter Werte nachvollziehbar macht. Und es ist wertvoll da Menschen aufgrund der Erkennbarkeit einer allgemeinen Akzeptanz der ethisch-moralischen Werte mit hoher Wahrscheinlichkeit danach handeln werden.

Gastbeitrag von Dr. Jürgen Kunz

www.leistung-laune-leidenschaft.de

 

Juergen Kunz Dr-Dr. Jürgen Kunz ist Spezialist für die Schnittstelle zwischen Verhaltens- und Evolutionsbiologie und der Führung von Mitarbeitern im Management. Er verbindet seine Erfahrungen und seine Expertise zum Thema Führung mit Analogien aus der Biologie und der Evolution.

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Trance als Arbeitsgrundlage im Coaching 

Trance als Arbeitsgrundlage im Coaching 

Zeichnung: Hanne Demel

Hast du dich schon mal gefragt, weshalb Trance und Mentaltraining so wirkungsvoll ist? Jeder Gedanke, jede Vorstellung und jedes Erlebnis geht mit bestimmten Gehirnaktivitäten einher.Man hat im Gehirnscan festgestellt, dass bloße Vorstellungen beinahe die gleiche neuronale Aktivität im Gehirn auslösen wie „real“ Erlebtes.

Das hat Vor- und Nachteile. Nachteil ist, dass ein Trauma immer wieder Flashbacks erzeugen kann, wenn der Betroffene durch einen Trigger daran erinnert wird.

Vorteil ist, dass Vorstellungen und Gedanken, die bewusst eingesetzt und gelenkt werden, ebenso Hirnaktivitäten auslösen. Und jede Hirnaktivität stärkt die beteiligten neuronalen Verbindungen, nach dem Motto: „Use it or loose it“…

Wie kannst du Trancezustände im Coaching nutzen?

Innere Bilder sprechen meist tiefere Bewusstseinsschichten an. Sobald dein Klient inneren Bildern folgt, ist er mit der Aufmerksamkeit ganz in seinen inneren Prozessen. Das ist die „Arbeitstrance“, in der er neue neuronale Verbindungen knüpfen und stärken kann.

Trance ist ein völlig normaler Geisteszustand, in den jeder von mehrmals am Tag fällt. Immer wenn die eigenen Gedanken schweifen, während wir etwas ganz „automatisch“ tun, sind wir schon in einer leichten Trance. Du kennst das auch unter dem Begriff „Tagträumen“.

Trance

Max, der Coach aus dem Bohnenland, sagt zur Trance:

„Du solltest Heilungsprozesse über heilsame innere Bilder anregen. Wenn du einem Klienten etwas mit Mitgefühl beschreibst, wird er ebenso mit Mitgefühl darauf schauen können. Gib ihm neue Sichtweisen! Indem er gedanklich und bildlich mitgeht, erschafft er in seiner Gehirnstruktur neue Verbindungen.“

Deshalb kannst du deine Klienten mit Mentaltraining unterstützen. Hilf ihnen, über innere Bilder, Vorstellungen, Gedanken und Gefühle eigene Ressourcen zu finden und anzuzapfen. Mit jedem heilsamen und hilfreichen Gedanken aktivierst du die Heilung. Jedes Mal, wenn du Versöhnliches sprichst, aktivierst du Versöhnung.

 

Und wie geht Mentaltraining?

  • Nutze eine bildhafte Sprache, um den visuellen Cortex im Gehirn zu stimulieren.
  • Nutze eine sanfte Stimme und liebevolle Worte, um den auditiven Bereich zu stimulieren.
  • Und nutze deine Zugewandtheit und Konzentration, um seinen kinästhetischen Kanal zu erreichen, Vertrauen zu schaffen und ihm ein gutes neues Gefühl zu geben.

Also vergiss nicht – Coaching ist ein feines Handwerk, das man lernen kann. Sei ein guter Coach!

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 Hanne Demel

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Wenn man nix loslassen kann… Anderen etwas zutrauen bedeutet Wertschätzung schenken!

Wenn man nix loslassen kann… Anderen etwas zutrauen bedeutet Wertschätzung schenken!

Foto iStock.com: toxawww

Dazu eine kleine Geschichte zum Thema Wertschätzung:

Eine Praktikantin sollte sich in einem Unternehmen um die Erstellung von einigen Folien kümmern. Nach getaner Arbeit legte sie ihre Arbeit der verantwortlichen Chefin vor. Die pfuschte wortlos drin herum und veränderte die mit Mühe erstellten Folien in wenigen Klicks, worauf der Praktikantin entfuhr: „Also so sieht‘s doch scheiße aus“. Die Chefin war perplex und irritiert.
Die Praktikumsanleiterin der Studentin hatte das Ganze mitbekommen. In der Mittagspause nahm sie sie zur Seite und erklärte ihr, dass sie so ungehobelt nicht reden dürfe. Sie nannte ihr gleich ein paar alternative Formulierungen.

Schon eine Woche später bot sich die Gelegenheit. Wieder klickte die verantwortliche Chefin in ein paar frisch erstellten Folien herum, was die Studentin erneut ärgerte. Wie aus der Pistole geschossen sagte sie diesmal: „Also jetzt hat’s wieder Potenzial nach oben“…‘

Anderen etwas zutrauen bedeutet Wertschätzung schenken

Es ist nicht selten, dass jemand, der gefühlt oder real verantwortlich ist, in vielen Dingen „das letzte Wort“ haben muss. Doch oft erzeugt das nicht etwa Freude im Umfeld sondern Unmut und Unlust.

Ich habe Unternehmen erlebt, da haben Mitarbeiter schon innerlich gekündigt, weil sie sowieso nichts recht machen konnten und alles immer wieder vom Chef geändert wurde. Auf die Frage, wie viel Wertschätzung sie bekommen, kam die Antwort: Gleich Null.

Anhaftung bewusst machen

Der Knackpunkt liegt in der Identifikation mit der Sache. Ich meine damit nicht, dass dir alles egal sein soll und du dich nicht mehr identifizieren sollst mit deiner Arbeit. Aber wenn du zu sehr anhaftest, nimmst du sehr viel Raum ein und der Raum von anderen wird kleiner. Und du machst dir mehr Stress damit als notwendig, denn es ist höchst entspannend, etwas wirklich abgeben zu können.

Es ist manchmal absolut nicht leicht, etwas jemand anders zu überlassen und zuzustimmen, auch wenn er es „ganz anders“ macht. Ich kenne das sehr gut. Manchmal geht’s mir so, wenn mein Mann kocht und ich auch in der Küche bin. Aber er macht es sowieso wie er will und ich genieße danach ein wunderbares Essen… 😉

Fünf grade sein lassen kann man üben

Eine Freundin berichtete mir vor einer Weile, wie schwer es ihr gefallen ist, die Toilettenpapierrollen, die ihr Mitbewohner im Bad kreuz und quer gelagert hatte, einmal nicht ordentlich aufeinanderzustapeln… Sie musste sich enorm beherrschen. Das war für sie der Einstieg in eine tiefe Auseinandersetzung mit ihren Beweggründen und ihren Gefühlen. Heute ist sie lockerer und viel weniger „Zwängi“, das kann man spüren.

Du kannst also also lernen, lockerer zu werden und anderen mehr Raum zu lassen. Das schenkt dir letztendlich auch Entlastung und du wirst dich mit der Zeit freier fühlen.

Übung:

Nimm dir einen Tag vor, an dem du nichts – aber auch gar nichts korrigierst. Schau einfach zu, was andere tun, egal wo, egal wie. Wenn du kannst, verschiebe wichtige Entscheidungen auf den nächsten Tag. Nun prüfe, wie leicht es dir fällt, Dinge stehen zu lassen ohne zu korrigieren.

Vielleicht ist dir ja bisher gar nicht aufgefallen, wie oft du eingreifst.

Währenddessen beobachte deine innersten Regungen. Was genau steigt in dir auf? Wie stark ist dein Impuls, einzugreifen? Was denkst und was fühlst du?

  • Du bist nicht zu ersetzen?
  • Nur du allein kannst das Problem lösen?
  • Deine Ideen sind besser?
  • Du weißt es einfach besser?
  • Du möchtest anderen unbedingt helfen?
  • Du möchtest einfach die Kontrolle behalten?
  • Du möchtest deinen Platz behaupten?
  • Du suchst Anerkennung?
  • etc.

Es gibt viele Gründe und genauso viele Hintergründe. Du kannst dahinter vielleicht Überverantwortlichkeit entdecken, Angst, dich anderen anzuvertrauen, Angst, von anderen übergangen zu werden, nicht gesehen zu werden, die Kontrolle zu verlieren…

Bitte spüre ganz genau hin und notiere einen oder zwei Tage lang alles, was dir dazu auf- und einfällt.

Und bitte berichte mir von deinen Erfahrungen. Schreibe mir einen Kommentar unter diesen Blogartikel. Wenn du Fragen hast, nur raus damit. Ich freu mich schon drauf.

 

Hanne Demel

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Anhaftung ist, wenn der Labrador jeden Hasen apportiert…

Anhaftung ist, wenn der Labrador jeden Hasen apportiert…

Foto Pixabay: 2204574

Anhaftung im Alltag erkennen

Ich hatte mal einen kohlrabenschwarzen Labrador. Er hieß Sam. Und er war versessen darauf, Dinge zu apportieren. Das war seine einzige Leidenschaft – neben Fressen natürlich. Wenn du einem Labrador mal beim Fressen zugesehen hast, weißt du, was ich meine…

Wenn auch immer sich etwas im Gebüsch bewegte, schoss er davon, um es zu holen. Ich musste draußen also immer höllisch aufpassen, damit ich rechtzeitig stopp rufen konnte, noch bevor er davonstob.

Der Labrador in dir

Wenn ich es mir so recht überlege, lebt doch ein bisschen Sam in jedem von uns. So ein kleiner schwarzer Labrador, der auf alles reagiert, was da draußen passiert, und der alles apportiert, um es uns unter die Nase zu halten, oder?

  • Da macht der Nachbar z. B. ein unfreundliches Gesicht und erwidert Ihren Gruß nicht. Fragst du dich dann vielleicht, warum er so schaut und ob er vielleicht sauer ist, weil der Grillgeruch vom Vorabend direkt zu ihm rübergezogen ist?
  • Oder dein Partner ist am Abend besonders schweigsam. Denkst du vielleicht, dass er in Gedanken bei jemand anders ist und wirst eifersüchtig. Oder glaubst, er wär sauer, weil du dich nicht um ihn gekümmert hast.
  • Oder dein Chef ignoriert dich und du glaubst, deine Arbeit wär nicht gut genug gewesen und du müsstest dich mehr reinhängen.
  • Oder deine Mitarbeiter tuscheln in der Pause und du glaubst, sie lästern über dich.

Gibt es nicht tausende solcher Beispiele – jemand legt ein bestimmtes Verhalten an den Tag und du fragst dich, wo die Verbindung zu dir liegt?

Was kannst du dagegen tun

Versuch doch einmal, alles, was passiert, so zu betrachten, als gäbe es dich selbst gar nicht. Bleibe einfach nur Beobachter in der Szenerie.

Oder halte innerlich genügend Abstand und klopf erst mal alle anderen Möglichkeiten ab, bevor du dich selbst als weitere Option mit ins Spiel bringst. Das kann sogar ziemlich Spaß machen, weil es eine unglaubliche Gelassenheit und neue Blickwinkel schenkt. Versprochen!

Sensible sind in größerer Gefahr

Gerade für die Sensiblen unter uns ist das wichtig, denn sie reagieren noch schneller auf Signale von außen. Ihre Aufmerksamkeit scannt ständig die Umgebung. Sie hören sofort das Rascheln im Gebüsch… Der kleine Schwarze braucht eine klare Führung. Dann fühlt er sich wohl und holt auch nur das, was du möchtest.

Du bist der Chef!

Du entscheidest, in welcher Reihenfolge du denkst!

Meine Erfahrungen mit Sam haben mir gezeigt, dass es trotz benötigter Aufmerksamkeit viel leichter war, ihn zurückzuhalten, bevor er auf und davon war, als ihm dann schimpfend ins Gebüsch nachzusteigen…

Welche Erfahrungen hast du gemacht? 😉

Hanne Demel

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Blockaden lösen über die gute Absicht

Blockaden lösen über die gute Absicht

Zeichnung: Hanne Demel

Die gute Absicht ist entscheidend

Im systemischen Coaching zielt dein Handeln darauf ab, zu integrieren. In einer Coaching-Session solltest du sofort hellhörig werden, wenn dein Kunde etwas loswerden will, das ihn stört, blockiert und behindert. Es ist verständlich, dass dein Kunde glaubt, wenn er eine ihm unangenehme Eigenschaft verlieren würde, dann könnten sich seine Probleme auflösen. Doch Eigenschaften und psychische Strukturen sind wie Körperteile – sie lassen sich nicht so einfach abschneiden. Denn dabei übersieht man die gute Absicht, die hinter jedem Verhalten steckt.

Du solltest die innere psychische Struktur verstehen

In den tiefen Schichten der Persönlichkeit gehört alles zusammen und bildet eine Einheit. Und diese Einheit ist streng logisch. Nichts ist wirklich irrational. Und mit diesem Blickwinkel beginnst du sofort nach der guten Absicht im System zu suchen, wenn du solch einen Wunsch hörst.

Nimm zum Beispiel jemand, der dir erzählt, dass die Leute in seiner Umgebung sich seiner Meinung nach nicht richtig verhalten und er sie häufig nicht verstehen kann. Das ärgert ihn und er kommt mit anderen deshalb nur schwer klar. Er fühlt sich oft wütend oder beleidigt und möchte dieses Gefühl gern loswerden, schafft es aber nicht.

Was du im systemischen Coaching in Erfahrung bringen solltest

Um das Gefühl zu verändern, sollte er verstehen, woher diese Wut wirklich kommt. Dein Coaching-Ohr hört, dass er alles daran setzt, dass andere sich so verhalten, wie er es für richtig hält. Du siehst seine Kontrollsucht und gehst davon aus, dass eine gute Absicht dahinter steckt. Entsprechend stellst du deine Fragen.

Schließlich erfährst du, dass die Mutter deines Klienten depressiv war und er sie emotional nicht hat greifen können. Entsprechend entwickelte er als Kind das Muster, auf die depressive Mutter „aufpassen“ zu müssen. Das hat er am besten hinbekommen, wenn er das Verhalten der Mutter gelenkt und kontrolliert hat. Seine permanenten Forderungen an die Mutter und seine Launenhaftigkeit machten die Reaktionen der Mutter vorhersehbar und damit greifbar.

Das kontrollierende Verhalten, das heute andere Menschen Abstand nehmen lässt oder Trotzreaktionen bei anderen auslöst, diente also dazu, das Leben seiner Mutter zu erhalten und sie in Sicherheit zu wissen, denn depressive Menschen sind immer auch leicht oder hochgradig suizidal. Jedes Kind spürt so etwas unterbewusst.

Was du brauchst, um Veränderungen anzustoßen

Du erkennst die tiefe Dringlichkeit und Verzweiflung, die hinter dieser Wut steckt. So etwas kann niemand einfach „loswerden“. Erst wenn du die innere Struktur erkennst, die mit der Liebe verbunden ist, wird die Motivation verstehbar. Und was man in der Tiefe verstehen kann, kann man auch ändern. Mit Geduld und Mitgefühl.

Deine Aufgabe als Coach ist es also, für jeden Kunden echtes Mitgefühl zu entwickeln und sorgfältig die zugrunde liegende Logik hinter dem Verhalten zu verstehen und wertschätzend aufzudecken. Anschließend kannst du für ihn übersetzen, weshalb andere Menschen heute abweisend auf ihn reagieren und du kannst ihm deutlich machen, dass sein Verhaltensmuster sich gar nicht auf die aktuelle Situation bezieht. Du kannst ihm zeigen, dass seine Wut der letzte Ausdruck einer tiefen Liebe ist.

Wie du Gefühle im systemischen Coaching verändern kannst

Erst jetzt lässt sich ein Gefühl „auflösen“, indem du bzw. dein Kunde es „in eine neue Form gießt“. Die Liebe, die in diesem Gefühl verborgen war, bekommt einen neuen Ausdruck und darf so weiter lebendig sein. Wie das ganz genau geht, schreib ich dir nächstes Mal.

So geht systemisches Denken. Es hilft, andere zu verstehen und ihnen zu helfen, sich selber besser zu verstehen. Im systemischen Coaching sollte dir diese Art zu denken in Fleisch und Blut übergehen.

 Hanne Demel

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Wachstum: von der Stagnation in die Vorwärtsenergie

Wachstum: von der Stagnation in die Vorwärtsenergie

Stagnation – Ansporn zu Wachstum und Weiterentwicklung:

Kennst du das Gefühl, wenn nichts vorwärts geht und du trotz Bemühen kaum nennenswerten Erfolg hast? Du wünscht dir Wachstum, doch es fehlt an Ideen und Inspiration. Die tägliche Arbeit erschöpft und langweilt dich gleichermaßen. Es entsteht Frust und Lustlosigkeit.

Eine solche Zeit ist bestens geeignet, um ganz genau hinzuschauen, was sich verändern möchte, soll und darf…

In der Stagnation steckt enorme Antriebskraft. Es braucht nur den richtigen Ansatzpunkt.

 

Aktive Geduld, um Wachstum anzustoßen: 5 Schritte der Tatkraft

  1. Stagnation ist das Gegenteil von Vorwärtsenergie und Wachstum. Bleib bewusst am Thema und beobachte dich. Weiche der Situation nicht aus. Verschaffe dir Klarheit darüber, was genau dich aufhält. Lass dich dabei unterstützen.
  2. Bleib neugierig. Stell den Zähler auf Null. Was wäre, wenn du heute ganz von vorn anfangen könntest. Was würdest du mit Freude beibehalten, was nicht?
  3. Übe dich im Vertrauen. Vertrauen ist eine aktive Angelegenheit, um die man sich täglich bemühen darf. Manche Dinge brauchen Zeit, um sich zu entfalten. Und manchmal ist es auch sinnvoll, sich jemandem anzuvertrauen, um neue Blickwinkel zu erarbeiten.
  4. Lass die Kontrolle einmal komplett los. Vielleicht kontrollierst du dein eigenes Körpergewicht, wenn du sehr diszipliniert bist. Oder deine Stimmung, wenn du deinen Geist zu kontrollieren gelernt hast. Aber – Hand aufs Herz – was lässt sich sonst noch wirklich kontrollieren? Suche lieber nach dem Schwimmreifen, der dich sicher über Wasser hält und dir Hilfestellung gibt, während du dich mitten in den Fluss stürzt (bitte nicht im depressiven Sinne…) und dich vom Wasser tragen lässt. Abstand zu sich selber, eine Portion Selbstironie und vor allem Humor ist übrigens der beste Schwimmreifen… (neben einem guten Coach natürlich…;-))
  5. Lerne so viel wie möglich aus der Situation. Öffne dich der Situation voll und ganz. Geh doch einfach mal davon aus, dass die Tatsachen freundlich sind, auch wenn’s schwer fällt, weil dir gerade alles grauslich erscheint. Denn nur dann schenkt die aktuelle Situation die Erfahrungen, die du später nutzen kannst. Gerade diese Erfahrungen sind es, die dir später umso mehr Seelenfrieden und zuguterletzt auch Erfolg schenken.

 

Wie löse ich Stagnation auf und komme in die Vorwärtsenergie

  • Prüfen ganz genau, was dich langweilt. Erlaube dir für einen Moment, Pläne ohne Begrenzung zu schmieden. Was würde dir wirklich Spaß machen?
  • Suchen nach einer Herausforderung, die dein Herz höher schlagen lässt – in positivem Sinne.
  • Mache Pausen!!! Nur dann kann sich Neues entwickeln.
  • Nur für das, was dir Freude bereitet, stellt dein Unterbewusstsein auch die Energie bereit.

Wenn du dir noch nicht im Klaren bist, wo der Haken ist, lass dich mit einem Coaching unterstützen. Systemische Aufstellungen bringen da sehr schnell Klarheit.

 

Auch der Körper zeigt unterbewusste Veränderungswünsche

  • Beobachte deine eigenen Körperbewegungen. Sind die Bewegungen geschmeidig und rund oder gibt es Schwierigkeiten im Bewegungsablauf oder sogar Schmerzen?
  • Vergleiche die Stellen, die „unrund“ laufen, mit deiner mentalen Verfassung. Hakt es irgendwo im Bein? Beim Vorwärtsgehen? Hast du Schmerzen in der Hüfte? In den Knien?
  • Vielleicht machst du zu große Schritte. Mental könnte das bedeuten, dass du sehr viel – vielleicht zu viel von dir verlangst. Zu viel Schnelligkeit, zu viel Können, zu viel Perfektion?
  • Hast du Schmerzen in den Armen oder Schultern? Hältst du dich vielleicht zu sehr zurück? Verpasst du gute Gelegenheiten, weil du nicht zugreifst und dich stattdessen immer wieder ausbremsen lässt?
  • Hast du einen steifen Nacken? Fällt es dir schwer, flexibel zu sein, dich an Gegebenheiten anzupassen? Hast du die Dinge lieber unter Kontrolle?

Auf diese Weise kannst du deinen ganzen Körper betrachten. Er zeigt eins zu eins, wo es hängt und wo du noch Potenzial hast, das sich entfalten möchte.

Also: Bleib geschmeidig, sowohl mental als auch körperlich! ?

Hanne Demel

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Nicht geschimpft ist Lob genug

Nicht geschimpft ist Lob genug

Foto Pixabay: Gellinger

Wertschätzung als Basis von Engagement und Gesundheit

Nicht geschimpft ist Lob genug – eine für unsere Breitengrade typische Aussage! In Amerika zum Beispiel wäre ein solcher deutscher Rauhbart sehr schnell unten durch. Dort herrscht eine völlig andere und intensivere Lobkultur vor als hierzulande.

Wertschätzung ist ein menschliches Grundbedürfnis

Wertschätzung bedeutet gesehen zu werden, den eigenen Beitrag gewürdigt zu wissen. Je weniger ein Mensch davon erhält, umso schneller verliert er die Lust, sich zu engagieren. Deshalb ist Wertschätzung in Organisationen unabdingbar für die Zusammenarbeit und das Engagement von Einzelnen und von Teams.

Wertschätzung ist etwas anderes als Lob

Lob lässt sich nicht direkt mit Wertschätzung gleichsetzen. Denn ein Lob von jemand zu erhalten kommt einer Belohnung gleich. Dahinter steht eine Beurteilung seiner Leistung. Das kann auch herablassend oder arrogant wirken. Derjenige, der das Lob ausspricht, steht über dem Gelobten, da er sich in der Position fühlt, die Leistung des anderen zu beurteilen. Dieses Lob stammt daher aus den inneren Konzepten und Erwartungen desjenigen, der lobt. Der Gelobte erfüllt diese Erwartungen.

Die Wirkung von Lob

Lob kann völlig unterschiedlich wirken, je nachdem wie es eingesetzt wird. Lobt man z. B. einen Mitarbeiter für ein gutes Ergebnis, so fällt ein Teil dieses Lobes auf andere Umstände zurück. Ein gutes Ergebnis ist meist das Zusammenspiel von vielen Einzelnen oder auch von einer Portion Glück. Das Loben eines guten Ergebnisses bedeutet immer ein Stück Unkontrollierbarkeit und damit auch Unsicherheit, weil nicht garantiert werden kann, dass der Gelobte dieses gute Ergebnis wiederholen kann.

Lobt man jedoch für die Anstrengung und die Ausdauer, die ein Mitarbeiter unternommen hat, um dieses Ergebnis zu erzielen oder auch nur dazu beizutragen, so wird dieser Mitarbeiter dieses Lob sich selbst und seinem persönlichen Einsatz zuschreiben können. Somit kann er diese Belohnung selbst kontrollieren und wiederholen. Er weiß genau, was er dafür tun muss. Das erzeugt ein hohes Maß an innerer Sicherheit.

An falscher Stelle kann zu viel Lob auch Faulheit verursachen oder das Ego aufblasen. Wenn ein Lob unspezifisch kommt wie zum Beispiel „Du bist so super, Du bist einfach der Beste“… So etwas hinterlässt leicht ein Gefühl von Allmacht und stoppt persönliche Anstrengung. Eine Führungskraft sollte Lob also sehr klar einsetzen, um die von ihr gewünschte Wirkung zu erzeugen.

Wertschätzung ist ganzheitlich

Ganz anders ist da die Wirkung von Wertschätzung. Durch sie fühlt sich ein Menschen im Ganzen gesehen. Wertschätzung betrifft nicht nur eine einzelne Leistung. Man kann auch dann jemanden schätzen, wenn er gerade Mist gebaut, einen Misserfolg geerntet oder sich negativ verhalten hat. Wertschätzung ist eine innere Haltung. Und als solche ist sie der dauerhafte Kitt zwischen den Menschen. Diese Haltung hält Beziehungen aufrecht und schafft Bindungen.

Wertschätzung sieht für jeden Einzelnen anders aus

Aber wie findet man heraus, die richtige Ausdrucksweise für Wertschätzung zu finden? Für jeden Menschen erzeugt etwas anderes das Gefühl, geschätzt zu werden. Wenn der eine sich tatsächlich ein Lob wünscht, möchte der andere vielleicht eine kleine konkrete Aufmerksamkeit. Ein dritter aber wünscht sich womöglich, die Zeit zu bekommen, damit er seine Gedanken in Ruhe und ungestört ordnen kann etc. Wertschätzung kann auf tausend verschiedene Arten ausgedrückt und empfunden werden. Daher ist es auch wesentlich für denjenigen, der Wertschätzung geben möchte, genau zu beobachten und nachzufragen, was beim anderen als solche ankommt. Zirkuläre Fragen aus der Psychotherapie und dem Coaching könnten dabei Klarheit schaffen. „Woran würdest du merken, dass ich dich schätze?“, oder „was muss ich tun, um dir das Gefühl zu geben, geschätzt zu sein?“ wären Beispiele dafür.

Wertschätzung in Unternehmen

Gute Beziehungen werden nicht nur im privaten Bereich geschaffen. Eine ganze Unternehmenskultur und das Miteinander werden durch Wertschätzung geprägt. Sie bildet die Grundlage für Wohlbefinden und gute Beziehungen. Untersuchungen haben einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem gefühlten Mangel an Wertschätzung und der Höhe des Krankenstandes gezeigt. Die Motivation sinkt in dem Maß, wie gerügt, getadelt und missachtet wird. Mitarbeiter wollen für gute Arbeit gesehen, belohnt und geschätzt werden. Die typisch deutsche Mentalität des Nicht-Tadelns als ausreichendes Lob reicht da nicht. Mögen die Wirtschaftsunternehmen sich diese Zusammenhänge auf der Zunge zergehen lassen, denn letztendlich hängt der knallharte monetäre Gewinn davon ab.

Das genetische Programm der Schmerzvermeidung

Tatsächlich versucht jeder Mensch, Schmerz zu vermeiden und angenehme Gefühle zu erleben. Das ist in der evolutionären Entwicklung unseres menschlichen Gehirns so angelegt. Negative Erfahrungen wie Schmerz, Zurückweisung, Missachtung etc. werden sehr viel intensiver und dauerhafter gespeichert als gute angenehme Erfahrungen. Evolutionär bedingt ist das Glas immer halb leer und nicht halb voll. Das liegt daran, dass das genetische Überlebensprogramm auf Schmerzvermeidung ausgerichtet ist. Das, was uns unangenehme Gefühle verursacht – und da gehören auch seelische Missempfindungen wie missachtet werden dazu – wird möglichst vermieden. Das ist aus dem Blickwinkel des Urmenschen sehr sinnvoll, denn es sichert das Überleben. In unserer heutigen Kultur bedeutet das aber, dass eine Atmosphäre, die Unwohlsein und Schmerz verursacht, also z. B. eine nicht wertschätzende Atmosphäre, Vermeidungsstrategien triggert und Lustlosigkeit bis hin zu Krankheit und innerer Kündigung nach sich zieht.

Die Wirkung von Wertschätzung im menschlichen Gehirn

In der Hirnforschung hat man festgestellt, dass eine negative Erfahrung sich fünfmal so tief in das Erinnerungssystem des limbischen Systems im Gehirn einbrennt wie eine positive. Das bedeutet im Klartext, dass ein einziger Tadel fünf Situationen des Lobes gefühlt zerstören kann. Dieses Verhältnis sollten sich Führungskräfte sehr deutlich vor Augen führen, damit sie die Wirkung, die sie bei ihren Mitarbeitern erzielen, besser einschätzen können. Tadel sollte aus dieser Sicht heraus möglichst in Form von wertschätzender und konstruktiver Kritik erfolgen.

Dankbarkeit ist Wertschätzung pur

Der einfachste Weg, Wertschätzung zu zeigen, ist dankbar zu sein. Dankbarkeit als ernst gemeinte innere Haltung und nicht nur als äußerliches Lippenbekenntnis ist eine sehr starke Form, anderen etwas zu geben und sie wahrzunehmen. Dankbarkeit schafft Beziehung und Bindung. Tiefe Dankbarkeit geht immer einher mit Wertschätzung. Diese beiden Haltungen sind wie ein siamesisches Zwillingspaar, das nicht getrennt werden kann. Eine dankbare Haltung berührt, selbst wenn sie nicht sehr geschliffen ausgedrückt wird.

Wertschätzung bringt Unternehmenserfolg

Menschen wollen sich einsetzen und einen guten Beitrag leisten. Auch das ist ein menschliches Grundbedürfnis. Ein Unternehmer, der seine Mitarbeiter schätzt und deren Erfolge würdigt, schafft mit der Zeit eine Atmosphäre, in der gute Beziehungen und Engagement selbstverständlich sind. Das ist der leichteste Weg, Wertschöpfung zu praktizieren, den Krankenstand zu senken und den Erfolg aller zu mehren.

Hanne Demel

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