Entwicklung

Emotionales Management (EM): Basis der Selbstführung

Emotionales Management (EM): Basis der Selbstführung

Emotionales Management (EM): Warum ich mit meinem ethischen Ansatz von Liebe und Mitgefühl ein Therapeuten-Coach-Hybrid bin…

Martin B. schwitzt. Er steht von einer Gruppe von potenziellen Kunden und will in seinem Vortrag auch sein neues Produkt vorstellen. Eine Situation, die er eigentlich lieber vermeidet. Doch wenn er sein Geschäft voranbringen will, kommt er nicht drum herum. Sein Herz klopft bis zum Hals und seine Knie sind weich. Die Stimme zittert und er fürchtet, jeder im Raum könnte seine Unsicherheit bemerken. Er hasst es im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Ständig schaut er in seine Unterlagen und meidet den Blickkontakt mit den Zuhörern. Die dösen derweil vor sich hin und sind froh, als sein Vortrag endlich zu Ende ist. Keiner stellt Fragen, um die Situation nicht noch hinauszuzögern.

Martin B. ist einfach nur erleichtert, dass es vorbei ist. Zugleich fühlt er sich miserabel, denn so wird wohl niemand kaufen. Das weiß er ganz genau. Am liebsten hätte er Mitarbeiter, die das für ihn übernehmen, doch um das zu schaffen, müsste er erst einmal eine gute Stückzahl selbst verkaufen. Das ist ein Teufelskreis. Er weiß noch nichts von EM.

 

Was ist emotionales Management (EM)?

Es braucht im Unternehmen auch „weiche Faktoren“ wie zum Beispiel den geschmeidigen Umgang mit den eigenen Gefühlen. Diese weichen Faktoren sind erlernbar, denn Gefühle lassen sich steuern. Man muss nur wissen, wie. Das nenne ich übrigens „emotionales Management“. Dabei geht es darum, die eigene Persönlichkeitsstruktur zu kennen und sie situationsgerecht einsetzen zu können. Und das kann man lernen! Und zwar im Mindguide-Coaching.

Martins Expertise war exquisit und seine Produkte von hoher Qualität. Weil sich das herumgesprochen hatte, hatte er überhaupt Kunden. Doch er brauchte dringend höhere Verkaufszahlen. Er wollte endlich jemanden einstellen, der ihm diese vermaledeiten Präsentationen abnehmen konnte. Deshalb kam er schließlich zu mir ins Coaching.

 

Die verschiedenen Seiten in der eigenen Psyche

Situationen wie die, in der Martin sich befand, sind ein Hinweis darauf, dass in der Psyche ein Persönlichkeitsanteil existiert, der sagt: „Stell dich nicht in den Vordergrund! Nimm dich zurück!“ Das erlebe ich immer wieder im Mindguide-Coaching. Derjenige hält sich dann zurück, bleibt bescheiden im Hintergrund und hasst es, im Mittelpunkt zu stehen. Also das Gegenteil eines Narzissten.

Der erste Schritt zur Veränderung ist, diesen Anteil näher kennen zu lernen. Es ist enorm wichtig, die größeren Zusammenhänge dieser Seite zu verstehen. Denn erst dann kann man das entsprechende Verhalten verändern. Jedes Verhalten hat seinen nachvollziehbaren guten Grund. Es stecken reale Gefühle dahinter, die ein starker Antrieb für dieses Verhalten sind. Diese Gefühle sind oft gar nicht bewusst.

 

Es gibt immer einen guten Grund im EM

Niemand tut etwas ohne guten Grund. Auch nicht, wenn es zunächst irrational scheint. Diesen guten Grund müssen wir  für das EM im Mindguide-Coaching herausfinden. Dafür nutze ich systemische Methoden wie zum Beispiel die systemische Aufstellungsarbeit. Oder auch die hypnosystemische Intervention oder einfach Körperfeedback. Die Psyche lässt sich in ihren tiefen Schichten nur durch Symbole und Bilder berühren – ein reines Gespräch hilft da nicht wirklich. Das läuft meist nur über die Kopfebene und nimmt die Emotionen nicht mit. Oft verstehen die Leute ihre Probleme zwar oberflächlich, können aber trotzdem nichts ändern. Das liegt daran, dass in der Tiefe noch mehr dahintersteckt. Und das herauszufinden und zu nutzen ist EM.

 

Die Kraft, die im Widerstand steckt

Verhalten, das sich hartnäckig immer wieder zeigt, ist ein Hinweis auf einen starken inneren Widerstand. Uns somit auf einen starken guten Grund. Der ist ein starker Antreiber. Genau da liegt aber auch der Schlüssel zur Veränderung. Wenn wir also den Widerstand in seinem Zweck verstehen, können wir die darin gebundene Kraft herauslösen und in eine neue Form bringen. Das hat nichts mit oberflächlichem positivem Denken zu tun. Dieser Akt basiert auf Verstehen und Mitgefühl. Mitgefühl ist übrigens der stärkste Katalysator für Veränderung, sowohl im eigenen Inneren als auch im Miteinander mit anderen Menschen.

 

Was also ist das Mindguide-Coaching für das EM

Mindguide-Coaching ist die Hilfestellung bei der Neusortierung der Persönlichkeit. Es ist ein systemisches Coachingkonzept, das ich auf der ethischen Basis von Liebe und Mitgefühl weiterentwickelt habe. Es geht dabei um die bedingungslose Annahme dessen, was ist und was war. Nur dann nämlich kann man das eigene Verhalten verändern. Solange noch Widerstand und Ablehnung innerhalb der eigenen Person vorherrscht, bleibt alles beim Alten, einschließlich des Kampfes mit sich selber.

Während eines Coachings suchen wir nach frühen Prägungen und Emotionen, die sich auf den heutigen Alltag auswirken, die da aber gar nicht hingehören. Diese frühen Strukturen waren irgendwann einmal sinnvoll, sind aber längst überholt. Da sie im Unterbewusstsein liegen, entdeckt man sie nicht so einfach durch Nachdenken. Wir brauchen andere Methoden, um tiefer zu fühlen. Dennoch wirken sich diese Strukturen im Alltag aus und zeigen sich in jeder Situation, sowohl privat als auch beruflich. Sie sind die „Basisstrickmuster“, nach denen unser Verhalten in der Regel abläuft.

 

Der Unterschied von Mindguide-Coaching für das EM zum reinen Business-Coaching

Im beruflichen Coaching wird herkömmlicherweise meistens nicht mit frühen Prägungen gearbeitet. Die sind aber enorm wichtig für das EM. Nur wer die eigenen Prägungen kennt und die darin gespeicherten Gefühle annimmt, kann auch die eigene Gefühlslage lenken. Und das bringt dann tatsächlich sehr schnelle und dauerhafte Veränderungen im eigenen Verhalten.

Ein Versuch, Verhalten zu verändern ohne die tiefen Prägungen zu kennen, braucht sehr viel Willensanstrengung. Veränderungen entstehen dabei nicht aus dem eigenen Inneren und im Einklang mit der eigenen Struktur, sondern sie bleiben an der Oberfläche und brauchen permanente Willenskraft. Das fühlt sich für den Betroffenen an wie ein Dauerkampf. Die Erschöpfung ist vorprogrammiert.

 

Wie können wir psychische Strukturen für das EM verändern?

Das funktioniert nur mit der Grundannahme, dass jedes Gefühl und das daraus folgende Verhalten im passenden Zusammenhang eine Stärke ist. Doch solange das Gefühl unterbewusst bleibt, können wir daran absolut nichts verändern. Es läuft einfach ab wie eh und je. Und zwar auch im unpassenden Moment. Dann ist es eine Schwäche. Um aber die Stärke in einem ungeliebten Verhalten zu finden, brauchen wir den richtigen Blickwinkel. Diese Suche nennt man auch „Reframing“. Sie ist eine effektive Technik aus dem NLP und der Psychotherapie.

Wir betrachten das Verhalten zunächst in einem anderen „Rahmen“. Das lockert die Struktur bereits etwas auf. Und dann machen wir uns auf die Suche nach dem Ursprung dieser Struktur. Für diese Phase ist sehr viel Mitgefühl notwendig. Der Kunde begegnet sich dabei am Ende nicht mehr mit Ablehnung und Strenge, sondern mit Mitgefühl und Wertschätzung. Das macht die Psyche offen und durchlässig. Er versteht sich in einem sehr viel komplexeren Zusammenhang und gibt jeden Widerstand gegen sich selbst auf. Das löst eine große Menge an Energie, die er zuvor in den Kampf mit sich selber gesteckt hat.

Von diesem Moment an kann er eine passendere Seite von sich in einer Situation zum Einsatz bringen. Zugleich erspart er sich das Gefühl des Kampfes. Er braucht sich nicht mehr als unpassend, schwach, ängstlich etc. ablehnen. Er kann sich annehmen, seine Stärken aktivieren und sich entsprechend lenken. Wie ein Surfer, der die richtige Welle nutzt. Diese innere Beweglichkeit zu haben ist EM.

 

Wo kann man Mindguide-Coaching für das EM anwenden

Das Konzept des EM, das im Mindguide-Coaching zur Anwendung kommt, kann in allen Bereichen verwendet werden, in denen es darum geht, erfolgreiche Beziehungen zu anderen Menschen zu gestalten und die eigene Person bewusst zu lenken. Egal, ob in der Mitarbeiter- und Unternehmensführung, im Kundenservice und Vertrieb, in der Beratung und Weiterbildung oder in privaten Beziehungen. Es gibt kein Bereich, der nicht von erfolgreichem EM profitieren würde.

Die Ursprünge des Mindguide-Coachingkonzepts stammen übrigens aus der Psychotherapie. Es hilft heute Unternehmern dabei, ihre Gefühle zu lenken und so zu nutzen, dass sie effektiv und entspannt arbeiten können. Stress, Ängste und Unsicherheiten kennt jeder Mensch, denn diese Gefühle gehören zum Menschsein. Doch sie müssen im Unternehmen nicht hinderlich wirken. Ein Mindguide-Coaching für das EM bringt einem Unternehmer sehr schnell tiefgreifende und fühlbare Veränderungen. Denn wer seine Emotionen zu lenken lernt, findet innere Ruhe und Gelassenheit. Und das ist immer eine gute Basis, um klare Ziele zu stecken und sie auch zu erreichen.

 

Die Logik in der Psyche verstehen

EM bedeutet also in erster Linie, mit den eigenen Emotionen adäquat umgehen zu können ohne sie zu unterdrücken. Logischerweise folgt daraus auch der adäquate Umgang mit den Emotionen anderer Menschen und der gesamten Situation. Denn wer sich selbst versteht, versteht auch andere sehr viel leichter. Wer mit sich selber mitfühlend umgehen kann, kann das auch mit anderen.

In der Psyche spielen immer viele Faktoren zusammen. Die Psyche ist ein komplexes System, das geprägt wird von unzähligen familiären und biographischen Erfahrungen. Deshalb ist es auch nicht so leicht, die Logik darin zu verstehen. Erfahrungen erzeugen Gefühle. Diese werden gespeichert. Immer, wenn diese Gefühle durch eine aktuelle Situation erneut abgerufen werden, beeinflussen sie das aktuelle Handeln. So erlebt also jeder Einzelne seine Welt quasi ständig durch den Filter seiner Vergangenheit. Das kann gut funktionieren, muss es aber nicht.

 

Auch äußere Faktoren gehören im EM dazu

Jeder Mensch steckt permanent in den verschiedensten Rollen, seien sie selbstgemacht oder auch von außen an ihn herangetragen. Er erlebt Rollenzuschreibungen, Wünsche und Bedürfnisse von anderen genauso wie seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse. Auch das alles entscheidet über die Reaktion, die jeweils abgerufen wird.

Die abgerufenen Reaktionen passieren üblicherweise reflexhaft. Deshalb lassen sie sich erst einmal schwer steuern. Und meistens noch schwerer erklären.

Martin B. erlebte diese Prägungen immer wieder, wenn er etwas vor mehreren Menschen vortragen sollte. Er hatte bereits gründlich über dieses Problem nachgedacht und verschiedene Körperentspannungsübungen ausprobiert, aber nur mit geringem Erfolg.

 

Nachdenken reicht nicht tief genug

Es kommt oft vor, dass ein Mensch sein Problem bereits sehr gut durchdacht hat und die Zusammenhänge auch teilweise versteht, sein Verhalten aber trotzdem nicht verändern kann. Das ist immer ein Hinweis darauf, dass entscheidende Faktoren noch nicht gesehen wurden und der Blickwinkel auf die eigene Person noch nicht weit genug gefasst ist. Deshalb sammle ich in einem Mindguide-Coaching vor allem auch Informationen über die Herkunftsfamilie und deren Mitglieder. Wie war z. B. die Konstellation in der Kindheit? Gab es schicksalhafte Ereignisse, Verluste etc.? Wie viele Geschwister gibt oder gab es und wie ist die Reihenfolge? Das älteste Kind prägt andere psychische Muster aus als z. B. das Jüngste oder das Mittlere. In jeder Konstellation gibt es bestimmte Gesetzmäßigkeiten, die man dort sehr häufig wiederfindet. Darüber wurde bereits viel geforscht. All das ist wichtig.

Im Mindguide-Coaching füge ich innere und äußere Faktoren zu einem Gesamtbild zusammen. Erst dann kann der Kunde sein Problem in seiner Vielschichtigkeit verstehen und es von innen heraus lösen. Die systemische Grundannahme, dass die Psyche des Menschen immer einer inneren Logik folgt, ist die wichtigste Leitlinie im EM.

 

Warum die gute Absicht so wichtig ist

Davon gehe ich im Mindguide-Coaching unumstößlich aus: jedes Verhalten hat seinen Sinn, seinen Hintergrund und vor allem seine gute Absicht. Diese sind aber so gut wie nie auf den ersten Blick erkennbar. Vor allem dann nicht, wenn der Betroffene sein aktuelles Gefühl und Verhalten einfach gern los werden würde. Aber sobald der Kunde die gute Absicht hinter seinem Verhalten erkennt, öffnet sich in der Psyche ein Raum, der Veränderung und Wachstum ermöglicht. Das geht natürlich nur in einer Haltung von Wertschätzung und Mitgefühl. Ich sorge im Mindguide-Coaching für die richtige Atmosphäre. Später kann der Kunde das dann für sich selbst. Diese grundlegende Haltung von Liebe und Mitgefühl ist die wichtigste Voraussetzung für Veränderungen innerhalb der Psyche und im Kontakt mit anderen Menschen. Sie löst Negativität auf und schenkt Entscheidungsfreiheit.

In den tieferen Schichten der Persönlichkeit arbeite ich übrigens mit Bildern und Symbolen. Sie sind die Sprache des Unterbewusstseins. Darüber können sich früh geprägte Persönlichkeitsanteile ausdrücken.

 

Was wurde aus Martin B.?

Im ersten Mindguide-Coaching schon identifizierte Martin B. diese Seite in seiner Persönlichkeit, der es so unangenehm war und die Angst hatte, wenn er vor Leuten reden sollte.  Und zwar mit dem entsprechenden Hintergrund. Um den herauszubekommen, ließ ich ihn eine Farbkarte aussuchen, die diesen Persönlichkeitsanteil repräsentierte. Martin B. wählt eine rote Farbkarte.

Er konnte diese ängstliche Seite an sich überhaupt nicht ausstehen. Das konnte man sofort an seiner gesamten Körperhaltung sehen. Trotzdem hielt er die Platte sehr fest in der Hand. Ich bat ihn, sie für einen Moment abzulegen und ein bisschen Abstand zu nehmen. Er trat ein paar Schritte zurück und atmete sofort tief durch. Doch dann kam die Anspannung zurück.

Im nächsten Schritt ließ ich Martin B. eine weitere Farbkarte aussuchen für den Zeitraum, in dem dieses heute störende Verhalten entstanden war. Während Martin B. die nächste Karte in die Hand nahm, zeigt sein Körper bereits die Gefühle, die in diese Zeit gehörten. Er verspannte sich in den Schultern, senkte den Kopf und lehnte sich im Stuhl zurück. Seine Lippen waren plötzlich fest verschlossen.

Die körperlichen Signale des Kunden wahrzunehmen und deuten zu können ist ein zentraler Bestandteil des Mindguide-Coachings. Gefühle zeigen sich über die Körpersprache – sogar oft, ohne dass es der Betreffende selber merkt. Umso wichtiger ist es, dass ich gut beobachte und Rückmeldung geben kann. Nur dann kann sich die Situation auch im Unternehmen letztendlich verändern.

Auf meine Frage, wie alt er sich gerade fühle, bemerkte Martin B., dass er sich sehr jung fühlte. Dann fiel ihm ein, dass seine Mutter sehr krank gewesen war, als er so jung war. Im weiteren Verlauf des Mindguide-Coaching brachte Martin B. seine tiefe Liebe und Verbundenheit zu seiner Mutter mit seiner aktuellen Situation in Verbindung. Ihr zuliebe hatte er damals gelernt, sich zurückzunehmen und nicht mehr als notwendig Aufmerksamkeit zu beanspruchen. Sehr schnell wurde ihm klar, dass die Seite, die sich aus Liebe zur Mutter zurücknahm, für die aktuelle Situation, Kunden zu gewinnen, ungeeignet war.

Durch die weitere Arbeit mit Symbolen und hypnotischen Gesprächssequenzen gelang es ihm sehr schnell, seine innere Ablehnung dieser Seite gegenüber zu überwinden. So konnte er sich leicht mit den Fähigkeiten, die er heute als Erwachsener hatte, verbinden. In der nächsten Präsentation vor Kunden stellte er in einem inneren Bild den kleinen Jungen, der er einmal war, hinter sich. Er nahm sich sehr stark als Erwachsenen wahr, der er ja war. Die Aufmerksamkeit der Zuhörer triggert jetzt nicht mehr den kleinen Jungen, der meint, sich zurücknehmen zu müssen, sondern fachten die Fähigkeiten des Erwachsenen an. Die Präsentation gelang ihm tausendmal besser.

 

Mindguide-Impulse fördern das EM

Um die neuen Strukturen zu festigen, begleitete ich Martin B. eine Zeitlang mit wöchentlichen Mindguide-Impulsen online weiter. Sie lenkten seine Aufmerksamkeit und Reflektionsfähigkeit so, dass er die neuen Strukturen in sich festigen und jederzeit leicht abrufbar machen konnte. Jede Woche bekam er einen weiteren Impuls per Mail von mir und gab mir wöchentlich dazu eine Rückmeldung, wie er ihn erlebt und umgesetzt hat. Dabei lernte er sich weiter kennen und schuf Bewusstsein für sich und sein Verhalten. Und – du erinnerst dich – wenn du dir dein Verhalten bewusst machst und es beobachten kannst, dann kannst du auch wählen, welche Reaktion im Moment die Beste ist.

Martin B. hat mittlerweile ein Unternehmen mit 10 Mitarbeitern, so wie er es sich gewünscht hatte, und ist sehr erfolgreich.

Wenn du dich für ein Mindguide-Coaching interessierst, melde dich für ein 20-minütiges Vorgespräch. Du bekommst bereits erste Impulse für dein emotionales Management.

 

Hanne Demel

 

Posted by Hanne Demel in Coaching Tools, Persönlichkeitsentwicklung, Unternehmertools, 0 comments
Wie du gute Entscheidungen treffen kannst

Wie du gute Entscheidungen treffen kannst

Bildnachweis Pixabay Activedia

Wie du gute Entscheidungen treffen kannst, ist eine der wichtigsten Fragen für dich als Unternehmer.

Nicht selten höre ich „Wenn ich’s doch nur eher geschnallt hätte…“, wenn eine Entscheidung eine ungewünschte Auswirkungen in der Zukunft hat.

Ich muss dir kurz eine Geschichte erzählen: 

Kennst du die Geschichte vom Bauern, der sehr arm war? Ein fleißiger Bauer hatte einen guten Sohn, der ihm auf dem Hof half. Für die Feldarbeit besaß er ein altes Pferd. Eines Tages riss sich das Pferd während eines heftigen Gewitters los und galoppierte in Panik davon. Da machte sich der Sohn auf, um das verschreckte Pferd zu suchen und zurückzubringen. Dabei fand er auch ein wunderschönes Wildpferd, das er einfing und mit nach Hause zu seinem Vater brachte.

Als der Sohn jedoch dieses Wildpferd zähmen und zureiten wollte, wehrte es sich und warf ihn ab. Dabei brach sich der Sohn ein Bein.
Der Bauer kratzte sein allerletztes Geld zusammen und brachte seinen Sohn zu einem Arzt, damit er ihm das gebrochene Bein schiente. Doch nun musste er die anstrengende Arbeit auf dem Hof allein verrichten und kam deshalb viel langsamer voran.

Zwei Wochen nach dem Unfall galoppierten ein paar berittene Boten des Königs auf den Hof. Sie waren ausgesandt worden, um im ganzen Land die jungen Männer zusammenzutrommeln, weil sie in den Krieg ziehen sollten. Doch den Sohn konnten sie wegen des gebrochenen Beines nicht gebrauchen und so zogen sie weiter.

Naaaa, bei was warst du gerade?

Bei „Ach so ein Glück!“ oder bei „Oh nein, so ein Unglück“?

Wenn du dir diese Geschichte wirklich reinziehst, erkennst du sehr leicht, dass die eigenen Urteile, die du aus einem sehr kleinen Blickwinkel und kurzen Zeitspannen heraus gefällt hast, sich sehr leicht wieder relativieren lassen.

Die Lehre vom abhängigen Entstehen

Alles, was passiert, wirkt sich wieder auf das aus, was danach folgt. Das nennt man in der buddhistischen Ethik das „abhängige Entstehen“. Nichts existiert allein aus sich heraus ohne Vorgeschichte.

Wenn du herausfinden willst, wie sich eine Entscheidung, die du heute triffst, in der Zukunft auswirken wird, solltest du sie systemisch durchleuchten. Dazu brauchst du einen sehr weiten Blickwinkel. Du solltest mit einer Analyse deiner Optionen beginnen und dabei verschiedenen Ebenen – die rationale und die emotionale, und zwar sowohl bei dir als auch bei anderen – einbeziehen. Dann kannst du in einer systemischen Aufstellung die einzelnen Aspekte noch einmal nachspüren und gewichten. Das ist sehr klärend.

Deinen Entscheidungen folgt deine Entwicklung

Bis zu einem gewissen Punkt kannst du künftige Entwicklung vorwegnehmen. Denn alles hat wieder etwas anderes zur Folge. Dadurch entsteht ein ganz bestimmter Weg, je nachdem, welche Entscheidung du aktuell triffst. Und dieser Weg wirft quasi seine Schatten oder sein Licht voraus. Um das sehen zu können brauchst du innere Klarheit.

Wie entsteht denn nun innere Klarheit

Wenn du an deinen Emotionen anhaftest, vernebelst du dir schon deinen Blick. Klar entscheiden kannst du erst, wenn du innerlich Distanz gewinnst. Dann kannst du deine Optionen betrachten und besser abwägen, welche Wirkung du jeweils damit in der Welt erzeugst. Wenn du in dir Sicherheit hast, kannst du auch angstfrei an die Umsetzung gehen. Denn wenn du dir sicher bist, dass du den richtigen Weg eingeschlagen hast, kommst du mit Hindernissen und Schwierigkeiten besser zurecht. Du lässt dich weniger verunsichern.

Systemaufstellungen helfen, um Klarheit zu gewinnen

Du kannst all diese Aspekte und Ebenen in einer systemischen Aufstellung abbilden und dann auch eine gewisse Entwicklungsstrecke voraussehen. Naja, vielleicht auch eher spüren, denn eine Aufstellung ist eine sehr intuitive Arbeit. Sie hilft dir, deine Optionen von Emotionen – zum Beispiel von Ängsten – zu befreien. Denn erst danach kannst du wirklich gut entscheiden. Entscheidungen, die Ängste oder auch starke Emotionen wie Wut zur Grundlage haben, sind erfahrungsgemäß nicht gerade die besten.

Wichtig ist auch, dass du ethische Aspekte mit einbeziehst. Der Mensch ist nämlich von Natur aus ein ethisches Wesen. Wenn du anderen Kummer und Schmerz zufügst, registriert dein Unterbewusstsein das. Und auf einer tiefen Ebene gibt es keine Unterscheidungen zwischen anderen Menschen und dir selber. Wenn dieser Schmerz dann irgendwann an die Oberfläche und in dein Bewusstsein dringt, leidest du. Woran auch immer du dieses Leid dann aktuell festmachst, die Samen dafür hast du vorher selber in deinen Geist gelegt…

Nichts gibt es umsonst. Wenn du deinen Erfolg auf dem Schaden von anderen aufbaust, wird deine Freude daran nicht lange halten. Auch solche längerfristigen Entwicklungen lassen sich in Systemaufstellungen gut abbilden.

Also entscheide klug und ethisch. Und lass dich unterstützen. Ich bin gern für dich da.

Sei ein ethischer Mensch!

Hanne Demel

Posted by Hanne Demel in Ethische Themen, Persönlichkeitsentwicklung, 0 comments
Welcher Stresstyp bist du?

Welcher Stresstyp bist du?

Welcher Stresstyp bist du?

Was tust du zum Beispiel, wenn in deinem Unternehmen eine unangenehme Situation auftaucht?

1. Grübelst du dann viel und denkst drum herum?

Viel Denken und Grübeln vernebelt die Sinne. Du kannst dann nicht mehr klar wahrnehmen, was wirklich los ist. Deine Gedanken machen sich zu breit und schieben sich vor deine Augen und Ohren… Du hältst sie für die Realität. Das schafft eine Trennung zwischen dir und der tatsächlichen Situation. Mit dieser Trennung fällt es dann umso schwerer, etwas zu verändern. Es ist als wenn du einen Nagel einschlagen willst, deine Hand liegt daneben und du siehst vor lauter Denken den Nagel nicht richtig oder kannst nicht zielen….

ReaktionstypAls Unternehmer solltest du dir Grübeln ganz und gar abgewöhnen. Du brauchst einfache Methoden, die dir Klarheit verschaffen und erst mal für innere Ruhe sorgen. Dann kannst du handeln und die Situation zum Besseren wenden.

2. Lenkst du dich lieber ab?

Ablenkung ist manchmal gut, manchmal nicht. Wenn dich die Ablenkung vom Grübeln abhält, ist das hilfreich. Aber ein gewisses Maß an Achtsamkeit für die Situation ist wichtig. Vor allem solltest du auch achtsam für deine Gefühle und Empfindungen sein. Denn wenn du sie mit innerer Distanz beobachtest, gewinnst du Klarheit darüber, was genau die Situation so unangenehm für dich macht.

Für dich als Unternehmer kommt’s aber drauf an, womit du dich ablenkst. Bei Problemen mit Mitarbeitern solltest du lieber genau hinschauen. Sowohl auf dich selbst als auch auf deine Mitarbeiter. Auch sie haben ihren guten Grund, sich genau so und nicht anders zu verhalten. Erst wenn du den erkennst, kannst du eine angespannte Situation wieder lockern.

3. Igelst du dich vielleicht ein und redest nicht mehr viel?

Wenn du dich einigelst, besteht die Gefahr, dass du Beziehungen und Kontakte abschneidest. Im schlimmsten Fall zu Menschen, die dir helfen wollen oder die mit dir geschäftlich in Verbindung stehen. Es ist enorm wichtig, offen zu bleiben. Nur so siehst du, wer es gut meint mit dir und wer nicht.

Als Unternehmer brauchst du Kontakte und Unterstützer. Wenn du dich einigelst, haben diese das Gefühl, du lässt sie ablaufen und schätzt sie nicht. Doch Wertschätzung ist das A und O für und in deinem Business, wenn es wachsen und gedeihen soll.

4. Oder redest du gerade erst recht mit anderen Leuten drüber?

Wenn du mit anderen redest, kommt es darauf an, wie du das tust. Wenn es zu deiner Erleichterung stattfindet, du aber negativ sprichst oder über andere lästerst, schadest du deinem eigenen Ruf. Zusätzlich leidet deine Gesundheit, denn du nimmst dir damit Energie. Deshalb achte auf deine Sprechweise. Wenn du wertschätzend und positiv sprichst, auch wenn eine Situation dich gerade herausfordert, hilft das. Du kannst dann gemeinsam mit deinem Gesprächspartner Klarheit über die Situation bekommen. Und du kannst andere Blickwinkel finden, die dir helfen.

Vor allem als Unternehmer solltest du vorsichtig sein, wo und bei wem du dich öffnest. Die meisten Mitarbeiter sind irritiert, wenn du als Chef aus deiner Rolle fällst und Unklarheit zeigst. Du verlierst dann leicht deren Respekt und hast es hinterher umso schwerer, deine Führungsaufgaben zu übernehmen. Tausche dich lieber mit anderen Unternehmern aus. Zum Beispiel auf meinem Ethikstammtisch. Du kannst dich von überall einwählen, sofern du einen Internetzugang hast. Bequem an deinem Bildschirm sitzend kannst du mit uns diskutieren und deinen Blickwinkel weiten lassen.

5. Holst du dir Rat? Oder vielleicht sogar professionelle Unterstützung?

Wenn du dir Rat holst, dann schau gut, bei wem. Du solltest jemanden fragen, der vor allem mit Klarheit und Mitgefühl auf die Situation schauen kann. So kannst du die wichtigen Punkte am besten herausarbeiten und verändern. Mitgefühl ist ein wichtiger Schutz und die Basis für Veränderung.

 

Als Unternehmer ist es wichtig, immer wieder auch professionelle Unterstützung zu haben. So kannst du strategische und persönliche Unklarheiten beseitigen und gleichzeitig für gute Stimmung im Unternehmen sorgen.

Dafür gibt’s den Ethikstammtisch

Wenn du dich mit anderen Unternehmern austauschen willst, dann komm doch zum Ethikstammtisch. Die vertrauensvolle Atmosphäre unterstützt dich bei der Auseinandersetzung mit schwierigen und spannenden ethischen Themen. Du bekommst dabei viele Anregungen und neue Blickwinkel. Das hilft dir, deine Sicht zu erweitern und Lösungen auch für dein Business zu finden, an die du vielleicht noch gar nicht gedacht hast. Ich achte auf einen wertschätzenden und vertraulichen Austausch und freundlichen Tonfall. Die obersten Regeln beim Stammtisch sind nämlich Diskretion und Wertschätzung.

Schau einfach mal hier!

Deine Hanne Demel

 

Posted by Hanne Demel in Führung, Persönlichkeitsentwicklung, Unternehmertools, 0 comments
Ethische Entscheidungen treffen – dazu braucht es die richtigen Tools

Ethische Entscheidungen treffen – dazu braucht es die richtigen Tools

Foto Pixabay: Ramdlon

Hast du schon mal vor einer Entscheidung gestanden, die weitreichende Konsequenzen hatte für dich persönlich oder für dein Business? Und warst du dabei emotional belastet? Emotionen können klare Entscheidungen massiv torpedieren.

Emotionen vernebeln den Blick

Wenn du zornig bist, solltest du möglichst gar keine Entscheidung treffen. Du würdest vermutlich das Kind mit dem Bade ausschütten. Wenn du ängstlich bist, zögerst du zu lange.
Du bist dir nicht sicher, welche Ressourcen dir zur Verfügung stehen. Du weißt auch nicht, wer dich unterstützen könnte und wie. Und wenn du vor Freude juchzt, ist das auch keine besonders stabile Entscheidungsgrundlage. Dein Überschwang könnte dich verleiten, zu weit zu gehen. Und so weiter.

Die Refraktärphase der Gefühlswallung

Wenn ein starkes Gefühl auftaucht, entsteht eine kurze Phase, in der die Wahrnehmung eingeschränkt ist. Man nennt sie „Refraktärphase“ und sie ist in etwa wie ein Tunnelblick. Das aktuelle Gefühl überdeckt fast alles andere. In diesem Moment solltest du am besten gar nichts entscheiden. Du kannst keine „vernünftige“ Beurteilung der Situation vornehmen.

Die Refraktärphase dauert mindestens ein paar Sekunden bis einige Minuten. In sehr emotionalen Situationen kann sie sogar einige Stunden anhalten. Erst dann öffnet sich der Blick wieder.

Also lass dir Zeit, wenn du Entscheidungen treffen musst!

Gedankenkreisel versus Vorwärtsenergie

Für- und Wider-Stimmen in deinem Kopf machen es unmöglich, einen klaren Standpunkt zu finden. Das kann sich quälend lange hinziehen, je nachdem, was für ein Typ du bist.

Dann ist es wichtig, Entscheidungen in größeren Zusammenhängen mit ihren Auswirkungen zu betrachten. Es geht dann nicht darum, dass du dir mehr Zeit nimmst, sondern dass du deine Optionen SPÜRST. Gedankenkreisel schneiden dich nämlich von deinem Körpergefühl ab.

Probier mal Folgendes aus:

Wenn du gerade vor einer Entscheidung stehst und sehr emotional bist, dann erlaube dir bewusst, erst morgen oder übermorgen zu entscheiden. Nimm dir mehr Zeit, als du’s üblicherweise tun würdest. Beobachte dabei, wie sich deine Gefühle im Lauf der Tage verändern. Ich bin z. B. jemand, die sehr schnell entscheidet und handelt. Das habe ich oft schon recht teuer bezahlt.

Wenn du eher jemand bist, der in Gedankenkreiseln gefangen ist, dann versetze dich doch mal gedanklich in die verschiedenen Optionen. Stell sie dir vor, du hättest jeweils schon so entschieden. Und nun spüre ganz genau und in aller Ruhe, wie sich das anfühlt. Beziehe deinen ganzen Körper ein. Manchmal kann man so schon spüren, was das Richtige ist.

Manchmal braucht es auch einen Blick von außen

Deine Reaktionen und auch deine Entscheidungen entstehen aus tiefen Gewohnheiten. Ganz so leicht kommst du da nicht raus. Wenn du ein Werkzeug hast, das dir einen Blick von außen ermöglicht, kann dir das Klarheit bringen. Eine systemische Aufstellung z. B. ist so ein Werkzeug.

In einer Aufstellung kannst du deine verschiedenen Optionen ausbreiten und unmittelbar spüren, wie sie sich anfühlen. Du kannst auch verschiedene Aspekte einbeziehen und dir darüber Klarheit verschaffen, wie sie sich auswirken.

Hanne Demel

Posted by Hanne Demel in Ethische Themen, Persönlichkeitsentwicklung, 0 comments
Ethik in der Evolution – die notwendige Entwicklung einer ethischen Haltung

Ethik in der Evolution – die notwendige Entwicklung einer ethischen Haltung

Foto Pixabay free: 44833

Gastbeitrag von Dr. Jürgen Kunz

Zusammenfassung: Eine Firmenphilosophie, die eine ethisch-moralische Orientierung erkennen lässt, ist – aus der Perspektive der Evolutionsbiologie – eine Art Software. Sie erlaubt es allen Mitarbeitern, sich als wertvollen Bestandteil des Unternehmens zu präsentieren. Sie bringt ein Element in den Businessalltag, der eng mit Leistungsfähigkeit und kooperativem Verhalten verbunden ist: Vertrauen.

 

1. Die Evolutionsgeschichte in der Ethik: welche Herausforderungen bedürfen einer ethischen Lösung?

Als Ethik verstehen ich hier eine Haltung, die Menschen mit einer Orientierung bzgl. des höchsten Gutes der Gemeinschaft und der Frage, nach dem richtigen Verhalten versorgt.

Evolutionsbiologen gehen davon aus, dass auch das Bedürfnis nach und die Fähigkeit zu ethischem Verhalten – wie viele andere mentalen Errungenschaften des Menschen – entstand, um soziale Herausforderungen zu meistern.

Soziale Interaktion

Um soziale Interaktionen produktiv zu gestalten, mussten unsere Vorfahren jede dieser Interaktionen und die dazugehörigen Personen abspeichern. Dies ist bis zu einer Gruppengröße von 150 Personen möglich. Ab dieser Grenze ist es aber schwierig, das zu gewährleisten ohne dass Einzelne Gefahr laufen übervorteilt zu werden. So konnten Primatologen zeigen, dass die Größe des Gehirns mit der Gruppengröße bei Primatenarten ansteigt. Um mehr Vertrauen untereinander herzustellen, entstanden neue Verhaltensweisen, wie beispielsweise der Konformismus. Hierbei gleichen Menschen ihr Verhaltens untereinander an. Ein anderes Beispiel ist der reziproke Altruismus, also Handlungen die anderen oder der Gruppe zugute kommen, für die es dann zeitversetzt und in anderen Kontexten eine Rückzahlung gibt. Man vertraut denen, die Teil der eigenen ethnischen Gemeinschaft sind und denen, die einen guten Ruf haben.

Vertrauen in Gruppen

Wie schwierig Vertrauen in größeren Gruppen herzustellen ist, zeigt die Entwicklung von Unternehmen nach dem Ende des Mittelalters. Ökonomie war damals Aufgabe von Familien. Unternehmen hingegen – in ihrer Eigenschaft als Companies of Strangers -, fehlte das nötige Vertrauen zwischen den Menschen (Paul Seabright. The Company of Strangers). Firmen hatten, wenn sie eine gewisse Größe erreicht hatten zwar Vorteile; mussten aber Kooperation erzwingen oder erkaufen. So waren die ersten größeren Unternehmen – wie die Hudson Bay Company – eher militärisch organisiert. In diese Unternehmen gab es vor allem vereinfachte und standardisierte Tätigkeiten, die Verpflichtung, das Verhalten der Mitarbeiter zu kontrollieren – auch im privaten Bereich – sowie ein vereinheitlichtes Äußeres und ein vereinheitlichtes Verhalten.

2. Ethik als Lösung unserer Vorfahren

Aus der Evolutionsbiologie läßt sich kein Gut und Böse ableiten. Die Naturgeschichte der Primaten zeigt, dass unsere haarigen Verwandten durchaus moralische Empörung kennen, wenn beispielsweise eine Gabe nicht erwidert wird. Die Tötung von Artgenossen aber, ob nun gruppenintern oder extern, nehmen sie im Eigeninteresse hin.

Auch beim Menschen läßt sich zeigen, dass ethisch-moralische Werte dann über Bord geworfen werden, wenn die eigene Existenz dauerhaft bedroht ist. Ein berühmtes Beispiel sind die Ik aus dem Kongo, die in einer solches Situation alle gesellschaftlichen Regeln über Bord warfen und selbst ihre Kinder vernachlässigten. Auch aus Europa gibt es solche Berichte, z.B. zu Zeiten der Pest. Die natürliche Auswahl belohnt Überleben und Reproduktion, nicht aber ethisches Verhalten per se. Damit ethisch-moralische Systeme überhaupt entstehen konnten, müssen Sie unseren Vorfahren einen großen Vorteil gebracht haben.

Ethisch-moralische Orientierung

An dieser Stelle gibt es somit den ersten Hinweis, warum eine ethisch-moralische Orientierung so wertvoll ist. Sie bedient das Bedürfnis nach Vertrauen und Gemeinschaft (und Komplexitätsverringerung), was so wertvoll ist, dass man diese erst dann aufgibt, wenn das eigene Leben bedroht ist.

Historisch ist in komplexeren Gesellschaften Ethik zumeist in religiöse Philosophien eingebettet. Diese werden von einer Reihe weiterer Elemente begleitet, wie teure Rituale, konformistisches Verhalten und Emotionen. Diese Aspekte werden in der weiteren Betrachtung außen vor gelassen. Am Beispiel der Diskussion um religiöse Philosophien soll im folgenden gezeigt werden, was genau Ethik so wertvoll machen kann.

3. Warum helfen ethisch-moralische Systeme beim Zusammenleben und Arbeiten?

Kulturwissenschaftler haben lange Kultur mit Verhalten gleichgesetzt. Auch in der Evolutionsbiologie entstand die Vorstellung (Reynolds & Tanner), dass religiöse Ethik Menschen dazu anleitet, sich angepasst und damit erfolgreich zu verhalten. Damit wäre auch Ethik eine jeder-kann-davon-profitieren-Anweisung. Diese Sichtweise hat leider drei Schönheitsfehler.

  1. Menschen machen einfach nicht das was Sie vorgeben zu tun bzw. das was ihre Kultur ihnen vorgibt (die ethnologische Literatur ist voller Beispiele davon)
  2. Viele Menschen kennen die Inhalte ihrer Religion oder anderen philosophischen Ausrichtungen nicht mal vollständig.
  3. Zudem sagt die Evolutionsbiologie voraus (Dawkins & Krebs), dass Signale primär entstanden, um andere Personen zu beeinflussen. Signalempfänger entwickelten ihre Sinne in Reaktion darauf so, dass sie möglichst nicht zu ihrem Nachteil manipuliert werden. Dies führte zu einer Signalevolution für ehrliche Das sind Signale, die es dem Signalempfänger möglich machen, verläßliche Informationen über den Signalsender zu erhalten. Das ist der Kern der evolutionsbiologischen Kommunikationstheorie. Signale dienen zuerst dem Signalsender und sollten schwer-zu-fälschen sein, um auch dem Signalempfänger sinnvolle Informationen zugänglich zu machen. Diese Signalevolution kann man auch bei vielen Tierarten finden. Sie sind schwer-zu-fälschen oder ehrlich, da sie für den Signalsender mit Kosten bzw. Nachteilen verbunden sind (Evolutionsbiologen nennen das auch Handicap). Beispiele sind die ziemlich unpraktischen Pfauenfedern, oder das riskante Verhalten der Graudrosslinge, die sich der Gefahr aussetzen, von Greifvögeln erbeutet zu werden, um einen speziellen Rang im Vogelschwarm zu erringen.

Symbole mit Leben erfüllen

Aussagen über Götter, ein höchstes Prinzip oder Gut und damit verbundene moralische Werte erfüllen aber nicht das Kriterium eines schwer-zu-fälschenden Signals; sie sind nur Worte.

Es ist also überhaupt nicht zu erwarten, dass es eine Übereinstimmung von ideellen Kulturelementen wie ethischen Gebilden und dem Verhalten von Menschen gibt. Das wäre so als würde man erwarten, dass Gewerkschaften besonders arbeitnehmerfreundlich gegenüber ihren eigenen Mitarbeitern sind. Ähnliches gilt für Kirchen.

Der Homo Symbolicus, der vor mehr als 100.000 Jahren entstand, strickt also virtuelle Welten, mit deren Hilfe Signale an die eignen Gruppe, den eigenen Stamm, aber auch das eigene Unternehmen gesendet werden. Und das vor allem in Situationen in denen Menschen unterschiedliche Interessen und Ziele haben. Aber warum?

 

4. Warum brauchen wir dann eine Ethik, wenn Sie nicht zu Verhalten verpflichtet?

Folgerichtig kann niemand wissen, ob der Kollege oder der Nachbar tatsächlich an eine Ethik, oder im Fall religiöser Zusammenhänge (die historisch – in der Regel – Ethik transportieren) an Götter und die damit verbunden Werte glaubt. Man kann nicht in die Köpfe der Menschen hineinschauen, weshalb dies von Wissenschaftlern auch als unverifiable propositions oder supernatural claims bezeichnen. Vorstellungen von übernatürliche Wesen zum Beispiel sind nur dann etwas religiöses, wenn sie von mehreren Personen als solche akzeptiert werden. Ansonsten werden diese Vorstellungen eher als Spinnerei bezeichnet! Zudem müssen diese Personen Erwachsene sein, denn wer glaubt schon an die Wesen, deren Existenz man Kindern vorgaukelt?

Doch diese Akzeptanz ist leider auch kein hinreichendes Kriterium. Man kann ja immer noch nicht wissen, ob diese Leute das wirklich glauben, was sie vorgeben zu glauben.

Gemeinsame Aussagen geben Sicherheit

Gemeinsam eine Aussage zu verifizieren, die man nicht beweisen kann, bedeutet aber, eine kritische Haltung aufzugeben. Damit akzeptiert man den Einfluss anderer Personen, ohne sich auf seine eigene Wahrnehmung zu verlassen. Dadurch entstehen Beziehungen untereinander, die durch die gemeinsame Akzeptanz gegenseitigen Einflusses bestimmt wird.

Dies schafft Kooperation und Vertrauen unter Fremden. Religionen bzw. ethisch-moralische Philosophien bestehen aus Veranstaltungen bei denen über nicht zu beweisende oder sozial konstruierte Inhalte gesprochen wird, die die Gemeinschaft unterstützen.

Was hat das mit Storytelling zu tun

Das was ethisch-moralische Systeme ausmacht ist somit vor allem das Storytelling, also das gemeinsame sprechen über Werte und das ethisch-moralisch Richtige. Deshalb sind auch Ursprungsgeschichten (in Stammesgesellschaften aber auch in Unternehmen), aber durchaus auch Märchen und Mythen so weit verbreitet. Religiös muss das nicht sein. Dieser talk unterscheidet sich in der Art und Weise wie man spricht von der Alltagssprache, was ihm eine besondere Wertigkeit gibt.

 

5. Die Arbeitsweise des Limbischen Systemes: Zusammenfassung

Das Limbische System (die emotionale Schaltzentrale) des Menschen lebt in einer archaischen Welt. Es reagiert sehr sensibel auf vermeintliche Gefahren. In vielen Unternehmen arbeiten Menschen in andauernden Stresssituationen, was vom Limbischen System durchaus als existenzbedrohend interpretiert wird. Für diesen permanenten Stress gibt es viele Gründe. Einer ist, dass Menschen, die limbisch in einer Welt von Fremden arbeiten, einen ebenso archaischen Impuls zur Flucht, zum Kampf oder zum Erstarren (Totstellreflex) verspüren. Das führt zu einem Teufelskreis von Nichtbeachtung ethischer Standards, Misstrauen, noch mehr Stress etc. und damit verminderter Leistungsfähigkeit und Kooperationsbereitschaft.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine gemeinsame ethisch-moralische Orientierung Menschen nicht zwingend zu einem bestimmten Verhalten ermutigt. Sie ist auch nicht primär dazu da, Menschen den rechten Weg zu lehren, sondern diese durch ethische Grundprinzipien, in eine Vertrauenssituation zu bringen, wie sie ganz ähnlich in Familien vorherrscht.

 

Fremde zusammenbringen und Vertrauen schaffen

Ethische Grundprinzipien sind das Ergebnis einer Signalevolution (nicht der natürlichen Auswahl). Unternehmen sind mit dem gleichen Problem konfrontiert wie unsere Vorfahren vor 100.000 Jahren: wie schaffe ich Vertrauen unter Mitarbeitern einer Firma, die man auch als Company of Strangers bezeichnen kann.

Fehlt dieses Vertrauen, arbeiten Menschen unter dauerhaftem Stress, was weder der Gesundheit, noch den Arbeitsergebnissen gut tut.

Wichtig ist dabei vor allem die gemeinsame Akzeptanz des Ethiktalks oder des Storytellings, zum Beispiel über die Entstehungsgeschichte des Unternehmens, der Menschen verbindet. Es ist nicht zwingend der Glaube des Einzelnen an die damit verbundenen ethische Werte!

Storytelling ist deshalb von so großem Wert, da es den besonderen Wert in der Vergangenheit etablierter Werte nachvollziehbar macht. Und es ist wertvoll da Menschen aufgrund der Erkennbarkeit einer allgemeinen Akzeptanz der ethisch-moralischen Werte mit hoher Wahrscheinlichkeit danach handeln werden.

Gastbeitrag von Dr. Jürgen Kunz

www.leistung-laune-leidenschaft.de

 

Juergen Kunz Dr-Dr. Jürgen Kunz ist Spezialist für die Schnittstelle zwischen Verhaltens- und Evolutionsbiologie und der Führung von Mitarbeitern im Management. Er verbindet seine Erfahrungen und seine Expertise zum Thema Führung mit Analogien aus der Biologie und der Evolution.

Posted by Hanne Demel in Ethische Themen, Gastbeiträge, 0 comments
Trance als Arbeitsgrundlage im Coaching 

Trance als Arbeitsgrundlage im Coaching 

Zeichnung: Hanne Demel

Hast du dich schon mal gefragt, weshalb Trance und Mentaltraining so wirkungsvoll ist? Jeder Gedanke, jede Vorstellung und jedes Erlebnis geht mit bestimmten Gehirnaktivitäten einher.Man hat im Gehirnscan festgestellt, dass bloße Vorstellungen beinahe die gleiche neuronale Aktivität im Gehirn auslösen wie „real“ Erlebtes.

Das hat Vor- und Nachteile. Nachteil ist, dass ein Trauma immer wieder Flashbacks erzeugen kann, wenn der Betroffene durch einen Trigger daran erinnert wird.

Vorteil ist, dass Vorstellungen und Gedanken, die bewusst eingesetzt und gelenkt werden, ebenso Hirnaktivitäten auslösen. Und jede Hirnaktivität stärkt die beteiligten neuronalen Verbindungen, nach dem Motto: „Use it or loose it“…

Wie kannst du Trancezustände im Coaching nutzen?

Innere Bilder sprechen meist tiefere Bewusstseinsschichten an. Sobald dein Klient inneren Bildern folgt, ist er mit der Aufmerksamkeit ganz in seinen inneren Prozessen. Das ist die „Arbeitstrance“, in der er neue neuronale Verbindungen knüpfen und stärken kann.

Trance ist ein völlig normaler Geisteszustand, in den jeder von mehrmals am Tag fällt. Immer wenn die eigenen Gedanken schweifen, während wir etwas ganz „automatisch“ tun, sind wir schon in einer leichten Trance. Du kennst das auch unter dem Begriff „Tagträumen“.

Trance

Max, der Coach aus dem Bohnenland, sagt zur Trance:

„Du solltest Heilungsprozesse über heilsame innere Bilder anregen. Wenn du einem Klienten etwas mit Mitgefühl beschreibst, wird er ebenso mit Mitgefühl darauf schauen können. Gib ihm neue Sichtweisen! Indem er gedanklich und bildlich mitgeht, erschafft er in seiner Gehirnstruktur neue Verbindungen.“

Deshalb kannst du deine Klienten mit Mentaltraining unterstützen. Hilf ihnen, über innere Bilder, Vorstellungen, Gedanken und Gefühle eigene Ressourcen zu finden und anzuzapfen. Mit jedem heilsamen und hilfreichen Gedanken aktivierst du die Heilung. Jedes Mal, wenn du Versöhnliches sprichst, aktivierst du Versöhnung.

 

Und wie geht Mentaltraining?

  • Nutze eine bildhafte Sprache, um den visuellen Cortex im Gehirn zu stimulieren.
  • Nutze eine sanfte Stimme und liebevolle Worte, um den auditiven Bereich zu stimulieren.
  • Und nutze deine Zugewandtheit und Konzentration, um seinen kinästhetischen Kanal zu erreichen, Vertrauen zu schaffen und ihm ein gutes neues Gefühl zu geben.

Also vergiss nicht – Coaching ist ein feines Handwerk, das man lernen kann. Sei ein guter Coach!

Und wenn du mehr solche Artikel lesen möchtest, melde dich hier zum Newsletter an.

 Hanne Demel

Posted by Hanne Demel in Coaching Tools, 0 comments
Wenn man nix loslassen kann… Anderen etwas zutrauen bedeutet Wertschätzung schenken!

Wenn man nix loslassen kann… Anderen etwas zutrauen bedeutet Wertschätzung schenken!

Foto iStock.com: toxawww

Dazu eine kleine Geschichte zum Thema Wertschätzung:

Eine Praktikantin sollte sich in einem Unternehmen um die Erstellung von einigen Folien kümmern. Nach getaner Arbeit legte sie ihre Arbeit der verantwortlichen Chefin vor. Die pfuschte wortlos drin herum und veränderte die mit Mühe erstellten Folien in wenigen Klicks, worauf der Praktikantin entfuhr: „Also so sieht‘s doch scheiße aus“. Die Chefin war perplex und irritiert.
Die Praktikumsanleiterin der Studentin hatte das Ganze mitbekommen. In der Mittagspause nahm sie sie zur Seite und erklärte ihr, dass sie so ungehobelt nicht reden dürfe. Sie nannte ihr gleich ein paar alternative Formulierungen.

Schon eine Woche später bot sich die Gelegenheit. Wieder klickte die verantwortliche Chefin in ein paar frisch erstellten Folien herum, was die Studentin erneut ärgerte. Wie aus der Pistole geschossen sagte sie diesmal: „Also jetzt hat’s wieder Potenzial nach oben“…‘

Anderen etwas zutrauen bedeutet Wertschätzung schenken

Es ist nicht selten, dass jemand, der gefühlt oder real verantwortlich ist, in vielen Dingen „das letzte Wort“ haben muss. Doch oft erzeugt das nicht etwa Freude im Umfeld sondern Unmut und Unlust.

Ich habe Unternehmen erlebt, da haben Mitarbeiter schon innerlich gekündigt, weil sie sowieso nichts recht machen konnten und alles immer wieder vom Chef geändert wurde. Auf die Frage, wie viel Wertschätzung sie bekommen, kam die Antwort: Gleich Null.

Anhaftung bewusst machen

Der Knackpunkt liegt in der Identifikation mit der Sache. Ich meine damit nicht, dass dir alles egal sein soll und du dich nicht mehr identifizieren sollst mit deiner Arbeit. Aber wenn du zu sehr anhaftest, nimmst du sehr viel Raum ein und der Raum von anderen wird kleiner. Und du machst dir mehr Stress damit als notwendig, denn es ist höchst entspannend, etwas wirklich abgeben zu können.

Es ist manchmal absolut nicht leicht, etwas jemand anders zu überlassen und zuzustimmen, auch wenn er es „ganz anders“ macht. Ich kenne das sehr gut. Manchmal geht’s mir so, wenn mein Mann kocht und ich auch in der Küche bin. Aber er macht es sowieso wie er will und ich genieße danach ein wunderbares Essen… 😉

Fünf grade sein lassen kann man üben

Eine Freundin berichtete mir vor einer Weile, wie schwer es ihr gefallen ist, die Toilettenpapierrollen, die ihr Mitbewohner im Bad kreuz und quer gelagert hatte, einmal nicht ordentlich aufeinanderzustapeln… Sie musste sich enorm beherrschen. Das war für sie der Einstieg in eine tiefe Auseinandersetzung mit ihren Beweggründen und ihren Gefühlen. Heute ist sie lockerer und viel weniger „Zwängi“, das kann man spüren.

Du kannst also also lernen, lockerer zu werden und anderen mehr Raum zu lassen. Das schenkt dir letztendlich auch Entlastung und du wirst dich mit der Zeit freier fühlen.

Übung:

Nimm dir einen Tag vor, an dem du nichts – aber auch gar nichts korrigierst. Schau einfach zu, was andere tun, egal wo, egal wie. Wenn du kannst, verschiebe wichtige Entscheidungen auf den nächsten Tag. Nun prüfe, wie leicht es dir fällt, Dinge stehen zu lassen ohne zu korrigieren.

Vielleicht ist dir ja bisher gar nicht aufgefallen, wie oft du eingreifst.

Währenddessen beobachte deine innersten Regungen. Was genau steigt in dir auf? Wie stark ist dein Impuls, einzugreifen? Was denkst und was fühlst du?

  • Du bist nicht zu ersetzen?
  • Nur du allein kannst das Problem lösen?
  • Deine Ideen sind besser?
  • Du weißt es einfach besser?
  • Du möchtest anderen unbedingt helfen?
  • Du möchtest einfach die Kontrolle behalten?
  • Du möchtest deinen Platz behaupten?
  • Du suchst Anerkennung?
  • etc.

Es gibt viele Gründe und genauso viele Hintergründe. Du kannst dahinter vielleicht Überverantwortlichkeit entdecken, Angst, dich anderen anzuvertrauen, Angst, von anderen übergangen zu werden, nicht gesehen zu werden, die Kontrolle zu verlieren…

Bitte spüre ganz genau hin und notiere einen oder zwei Tage lang alles, was dir dazu auf- und einfällt.

Und bitte berichte mir von deinen Erfahrungen. Schreibe mir einen Kommentar unter diesen Blogartikel. Wenn du Fragen hast, nur raus damit. Ich freu mich schon drauf.

 

Hanne Demel

Posted by Hanne Demel in Führung, 2 comments
Anhaftung ist, wenn der Labrador jeden Hasen apportiert…

Anhaftung ist, wenn der Labrador jeden Hasen apportiert…

Foto Pixabay: 2204574

Anhaftung im Alltag erkennen

Ich hatte mal einen kohlrabenschwarzen Labrador. Er hieß Sam. Und er war versessen darauf, Dinge zu apportieren. Das war seine einzige Leidenschaft – neben Fressen natürlich. Wenn du einem Labrador mal beim Fressen zugesehen hast, weißt du, was ich meine…

Wenn auch immer sich etwas im Gebüsch bewegte, schoss er davon, um es zu holen. Ich musste draußen also immer höllisch aufpassen, damit ich rechtzeitig stopp rufen konnte, noch bevor er davonstob.

Der Labrador in dir

Wenn ich es mir so recht überlege, lebt doch ein bisschen Sam in jedem von uns. So ein kleiner schwarzer Labrador, der auf alles reagiert, was da draußen passiert, und der alles apportiert, um es uns unter die Nase zu halten, oder?

  • Da macht der Nachbar z. B. ein unfreundliches Gesicht und erwidert Ihren Gruß nicht. Fragst du dich dann vielleicht, warum er so schaut und ob er vielleicht sauer ist, weil der Grillgeruch vom Vorabend direkt zu ihm rübergezogen ist?
  • Oder dein Partner ist am Abend besonders schweigsam. Denkst du vielleicht, dass er in Gedanken bei jemand anders ist und wirst eifersüchtig. Oder glaubst, er wär sauer, weil du dich nicht um ihn gekümmert hast.
  • Oder dein Chef ignoriert dich und du glaubst, deine Arbeit wär nicht gut genug gewesen und du müsstest dich mehr reinhängen.
  • Oder deine Mitarbeiter tuscheln in der Pause und du glaubst, sie lästern über dich.

Gibt es nicht tausende solcher Beispiele – jemand legt ein bestimmtes Verhalten an den Tag und du fragst dich, wo die Verbindung zu dir liegt?

Was kannst du dagegen tun

Versuch doch einmal, alles, was passiert, so zu betrachten, als gäbe es dich selbst gar nicht. Bleibe einfach nur Beobachter in der Szenerie.

Oder halte innerlich genügend Abstand und klopf erst mal alle anderen Möglichkeiten ab, bevor du dich selbst als weitere Option mit ins Spiel bringst. Das kann sogar ziemlich Spaß machen, weil es eine unglaubliche Gelassenheit und neue Blickwinkel schenkt. Versprochen!

Sensible sind in größerer Gefahr

Gerade für die Sensiblen unter uns ist das wichtig, denn sie reagieren noch schneller auf Signale von außen. Ihre Aufmerksamkeit scannt ständig die Umgebung. Sie hören sofort das Rascheln im Gebüsch… Der kleine Schwarze braucht eine klare Führung. Dann fühlt er sich wohl und holt auch nur das, was du möchtest.

Du bist der Chef!

Du entscheidest, in welcher Reihenfolge du denkst!

Meine Erfahrungen mit Sam haben mir gezeigt, dass es trotz benötigter Aufmerksamkeit viel leichter war, ihn zurückzuhalten, bevor er auf und davon war, als ihm dann schimpfend ins Gebüsch nachzusteigen…

Welche Erfahrungen hast du gemacht? 😉

Hanne Demel

Posted by Hanne Demel in Persönlichkeitsentwicklung, 0 comments
Blockaden lösen über die gute Absicht

Blockaden lösen über die gute Absicht

Zeichnung: Hanne Demel

Die gute Absicht ist entscheidend

Im systemischen Coaching zielt dein Handeln darauf ab, zu integrieren. In einer Coaching-Session solltest du sofort hellhörig werden, wenn dein Kunde etwas loswerden will, das ihn stört, blockiert und behindert. Es ist verständlich, dass dein Kunde glaubt, wenn er eine ihm unangenehme Eigenschaft verlieren würde, dann könnten sich seine Probleme auflösen. Doch Eigenschaften und psychische Strukturen sind wie Körperteile – sie lassen sich nicht so einfach abschneiden. Denn dabei übersieht man die gute Absicht, die hinter jedem Verhalten steckt.

Du solltest die innere psychische Struktur verstehen

In den tiefen Schichten der Persönlichkeit gehört alles zusammen und bildet eine Einheit. Und diese Einheit ist streng logisch. Nichts ist wirklich irrational. Und mit diesem Blickwinkel beginnst du sofort nach der guten Absicht im System zu suchen, wenn du solch einen Wunsch hörst.

Nimm zum Beispiel jemand, der dir erzählt, dass die Leute in seiner Umgebung sich seiner Meinung nach nicht richtig verhalten und er sie häufig nicht verstehen kann. Das ärgert ihn und er kommt mit anderen deshalb nur schwer klar. Er fühlt sich oft wütend oder beleidigt und möchte dieses Gefühl gern loswerden, schafft es aber nicht.

Was du im systemischen Coaching in Erfahrung bringen solltest

Um das Gefühl zu verändern, sollte er verstehen, woher diese Wut wirklich kommt. Dein Coaching-Ohr hört, dass er alles daran setzt, dass andere sich so verhalten, wie er es für richtig hält. Du siehst seine Kontrollsucht und gehst davon aus, dass eine gute Absicht dahinter steckt. Entsprechend stellst du deine Fragen.

Schließlich erfährst du, dass die Mutter deines Klienten depressiv war und er sie emotional nicht hat greifen können. Entsprechend entwickelte er als Kind das Muster, auf die depressive Mutter „aufpassen“ zu müssen. Das hat er am besten hinbekommen, wenn er das Verhalten der Mutter gelenkt und kontrolliert hat. Seine permanenten Forderungen an die Mutter und seine Launenhaftigkeit machten die Reaktionen der Mutter vorhersehbar und damit greifbar.

Das kontrollierende Verhalten, das heute andere Menschen Abstand nehmen lässt oder Trotzreaktionen bei anderen auslöst, diente also dazu, das Leben seiner Mutter zu erhalten und sie in Sicherheit zu wissen, denn depressive Menschen sind immer auch leicht oder hochgradig suizidal. Jedes Kind spürt so etwas unterbewusst.

Was du brauchst, um Veränderungen anzustoßen

Du erkennst die tiefe Dringlichkeit und Verzweiflung, die hinter dieser Wut steckt. So etwas kann niemand einfach „loswerden“. Erst wenn du die innere Struktur erkennst, die mit der Liebe verbunden ist, wird die Motivation verstehbar. Und was man in der Tiefe verstehen kann, kann man auch ändern. Mit Geduld und Mitgefühl.

Deine Aufgabe als Coach ist es also, für jeden Kunden echtes Mitgefühl zu entwickeln und sorgfältig die zugrunde liegende Logik hinter dem Verhalten zu verstehen und wertschätzend aufzudecken. Anschließend kannst du für ihn übersetzen, weshalb andere Menschen heute abweisend auf ihn reagieren und du kannst ihm deutlich machen, dass sein Verhaltensmuster sich gar nicht auf die aktuelle Situation bezieht. Du kannst ihm zeigen, dass seine Wut der letzte Ausdruck einer tiefen Liebe ist.

Wie du Gefühle im systemischen Coaching verändern kannst

Erst jetzt lässt sich ein Gefühl „auflösen“, indem du bzw. dein Kunde es „in eine neue Form gießt“. Die Liebe, die in diesem Gefühl verborgen war, bekommt einen neuen Ausdruck und darf so weiter lebendig sein. Wie das ganz genau geht, schreib ich dir nächstes Mal.

So geht systemisches Denken. Es hilft, andere zu verstehen und ihnen zu helfen, sich selber besser zu verstehen. Im systemischen Coaching sollte dir diese Art zu denken in Fleisch und Blut übergehen.

 Hanne Demel

Posted by Hanne Demel in Persönlichkeitsentwicklung, 0 comments
Wachstum: von der Stagnation in die Vorwärtsenergie

Wachstum: von der Stagnation in die Vorwärtsenergie

Stagnation – Ansporn zu Wachstum und Weiterentwicklung:

Kennst du das Gefühl, wenn nichts vorwärts geht und du trotz Bemühen kaum nennenswerten Erfolg hast? Du wünscht dir Wachstum, doch es fehlt an Ideen und Inspiration. Die tägliche Arbeit erschöpft und langweilt dich gleichermaßen. Es entsteht Frust und Lustlosigkeit.

Eine solche Zeit ist bestens geeignet, um ganz genau hinzuschauen, was sich verändern möchte, soll und darf…

In der Stagnation steckt enorme Antriebskraft. Es braucht nur den richtigen Ansatzpunkt.

 

Aktive Geduld, um Wachstum anzustoßen: 5 Schritte der Tatkraft

  1. Stagnation ist das Gegenteil von Vorwärtsenergie und Wachstum. Bleib bewusst am Thema und beobachte dich. Weiche der Situation nicht aus. Verschaffe dir Klarheit darüber, was genau dich aufhält. Lass dich dabei unterstützen.
  2. Bleib neugierig. Stell den Zähler auf Null. Was wäre, wenn du heute ganz von vorn anfangen könntest. Was würdest du mit Freude beibehalten, was nicht?
  3. Übe dich im Vertrauen. Vertrauen ist eine aktive Angelegenheit, um die man sich täglich bemühen darf. Manche Dinge brauchen Zeit, um sich zu entfalten. Und manchmal ist es auch sinnvoll, sich jemandem anzuvertrauen, um neue Blickwinkel zu erarbeiten.
  4. Lass die Kontrolle einmal komplett los. Vielleicht kontrollierst du dein eigenes Körpergewicht, wenn du sehr diszipliniert bist. Oder deine Stimmung, wenn du deinen Geist zu kontrollieren gelernt hast. Aber – Hand aufs Herz – was lässt sich sonst noch wirklich kontrollieren? Suche lieber nach dem Schwimmreifen, der dich sicher über Wasser hält und dir Hilfestellung gibt, während du dich mitten in den Fluss stürzt (bitte nicht im depressiven Sinne…) und dich vom Wasser tragen lässt. Abstand zu sich selber, eine Portion Selbstironie und vor allem Humor ist übrigens der beste Schwimmreifen… (neben einem guten Coach natürlich…;-))
  5. Lerne so viel wie möglich aus der Situation. Öffne dich der Situation voll und ganz. Geh doch einfach mal davon aus, dass die Tatsachen freundlich sind, auch wenn’s schwer fällt, weil dir gerade alles grauslich erscheint. Denn nur dann schenkt die aktuelle Situation die Erfahrungen, die du später nutzen kannst. Gerade diese Erfahrungen sind es, die dir später umso mehr Seelenfrieden und zuguterletzt auch Erfolg schenken.

 

Wie löse ich Stagnation auf und komme in die Vorwärtsenergie

  • Prüfen ganz genau, was dich langweilt. Erlaube dir für einen Moment, Pläne ohne Begrenzung zu schmieden. Was würde dir wirklich Spaß machen?
  • Suchen nach einer Herausforderung, die dein Herz höher schlagen lässt – in positivem Sinne.
  • Mache Pausen!!! Nur dann kann sich Neues entwickeln.
  • Nur für das, was dir Freude bereitet, stellt dein Unterbewusstsein auch die Energie bereit.

Wenn du dir noch nicht im Klaren bist, wo der Haken ist, lass dich mit einem Coaching unterstützen. Systemische Aufstellungen bringen da sehr schnell Klarheit.

 

Auch der Körper zeigt unterbewusste Veränderungswünsche

  • Beobachte deine eigenen Körperbewegungen. Sind die Bewegungen geschmeidig und rund oder gibt es Schwierigkeiten im Bewegungsablauf oder sogar Schmerzen?
  • Vergleiche die Stellen, die „unrund“ laufen, mit deiner mentalen Verfassung. Hakt es irgendwo im Bein? Beim Vorwärtsgehen? Hast du Schmerzen in der Hüfte? In den Knien?
  • Vielleicht machst du zu große Schritte. Mental könnte das bedeuten, dass du sehr viel – vielleicht zu viel von dir verlangst. Zu viel Schnelligkeit, zu viel Können, zu viel Perfektion?
  • Hast du Schmerzen in den Armen oder Schultern? Hältst du dich vielleicht zu sehr zurück? Verpasst du gute Gelegenheiten, weil du nicht zugreifst und dich stattdessen immer wieder ausbremsen lässt?
  • Hast du einen steifen Nacken? Fällt es dir schwer, flexibel zu sein, dich an Gegebenheiten anzupassen? Hast du die Dinge lieber unter Kontrolle?

Auf diese Weise kannst du deinen ganzen Körper betrachten. Er zeigt eins zu eins, wo es hängt und wo du noch Potenzial hast, das sich entfalten möchte.

Also: Bleib geschmeidig, sowohl mental als auch körperlich! ?

Hanne Demel

Posted by Hanne Demel in Persönlichkeitsentwicklung, 0 comments