Entspannung

Stress im Arbeitsalltag bewältigen, ohne innerlich zu kündigen:

Stress im Arbeitsalltag bewältigen, ohne innerlich zu kündigen:

Foto Pixabay: andreas160578

Stressabbau im Alltag: Warum du Gleichmut brauchst statt Gleichgültigkeit

Viele Menschen begegnen dem Stress im Arbeitsalltag nach einiger Zeit mit Gleichgültigkeit. Sie kündigen quasi innerlich. Doch damit geht’s ihnen nicht besser. Im Gegenteil.
Gleichgültigkeit ist eine Form von stiller Aggression und Abwertung. Sie entspringt einem Geist der Härte und des Getrenntseins. Gleichgültigkeit verletzt andere Menschen, denn wahrgenommen zu werden und wichtig zu sein ist ein menschliches Grundbedürfnis.

Stress im Arbeitsalltag mit Gleichmut auflösen

Gleichmut ist etwas völlig anderes. Es ist ein unerschütterlicher Geist, der sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt. Das japanische Wort für diesen unerschütterlichen Geist ist übrigens Fudoshin. In diesem Geisteszustand hast du inneren Raum und haftest an nichts wirklich an. Du verurteilst nichts, sondern behältst deine Mitte und deine Stabilität. Du bist voller Mitgefühl. Du schneidest nichts ab sondern bleibst im Kontakt. Zugleich hältst du innerlich ausreichend Distanz, um deine emotionalen Reaktionen im Griff zu behalten und zu lenken.

Warum verwechseln dann so viele Leute das Wort Gleichmut mit Gleichgültigkeit?

Das Wort Gleichmut wird vor allem in der buddhistischen Ethik benutzt. Es ist für uns „Westler“ noch immer etwas ungewohnt. Doch es gibt auch andere Worte, die diesen inneren Zustand der Verbindung und des Mitgefühls beschreiben: innere Distanz, innerer Friede, Unerschütterlichkeit, innere Ruhe…
Doch warum schreibe ich darüber?

Ich möchte dir ein paar Möglichkeiten zeigen, Gleichmut zu entwickeln:

Denn Gleichmut erzeugt Klarheit. So kannst du die schwierigsten Situationen meistern.

  • Du bist dann in der Lage, einen stressigen Arbeitsalltag zu bewältigen ohne dass dein Blutdruck steigt oder du Tourett kriegst.
  • Du kannst klare Entscheidungen treffen, ohne sie hinterher zu bereuen.
  • Du kannst Konflikte lösen, ohne die Axt auszupacken.
  • Und so weiter…

Gleichmut entsteht immer dann, wenn du es schaffst, innerlich Distanz herzustellen und zugleich dein Mitgefühl zu aktivieren. Mitgefühl hält die Verbindung und hilft dir, im Kontakt zu bleiben.

Deshalb probier mal folgendes aus:

  • Aktiviere in dir ein sehr warmes und herzliches Gefühl, zum Beispiel indem du an jemanden denkst, den du sehr gern magst.
  • Nun spüre, was in deinem Körper passiert. Was fühlst du? Wie ist dein Atem? Wie schlägt dein Herz? Welche Art von Entspannung spürst du im Körper? Gibt es ein Gefühl der Wärme irgendwo?
  • Nun stell dir vor, dein Leben zieht an deinem geistigen Auge vorbei, so als wenn du dich einmal um deine Achse drehst und dabei in alle deine Bereiche mal kurz reinschaust.
  • Versuche dabei, das Körpergefühl, das du gespürt hast, die ganze Zeit über aufrecht zu erhalten. Lass deinen Atem langsam und entspannt fließen.
  • Wenn nun etwas vor deinem geistigen Auge auftaucht, das dieses Gefühl aus deinem Körper vertreibt, rücke dieses Bild innerlich etwas weiter von dir weg. So weit, bis du das schöne angenehme Gefühl wieder in dir spüren kannst.
  • Wenn etwas auftaucht, das dich so richtig aus der Ruhe bringt, dann dreh dich innerlich ein Stückchen davon weg. Lass es einfach „links liegen“ und hol dir dein angenehmes Gefühl zurück.

Geh so immer wieder durch alle Bereiche deines Lebens und rücke alles in die Distanz, in der du sowohl eine liebevolle Verbindung als auch inneren Abstand bewahren kannst. Du kannst das an dem guten warmen Gefühl in dir messen, an deinem Atem und deiner Körperentspannung.

Übe das täglich, dann wird Gleichmut in dir wachsen und sich festigen. Du kannst damit deine Lebensqualität enorm steigern. Und die Leute werden dich fragen, wie du es schaffst, eine solche Ruhe auszustrahlen…

Wenn du ein paar weitere Übungen kennen lernen möchtest, die dir in kurzer Zeit helfen, Stress im Alltag abzubauen, dann hol dir meinen 5-Tage-Onlinekurs „Stressabbau im Alltag“.

Hanne Demel

PS: Dieser Artikel ist im August 2017 auch im XING-Magazin erschienen !

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Stress lass nach, aber wie? Stressabbau im Berufsalltag…

Stress lass nach, aber wie? Stressabbau im Berufsalltag…

Foto Pixabay: ThomasWolter

Stressabbau im (Berufs-)Alltag: Wenn die alten Schwarz-Weiß-Filme langweilig werden…

Neulich habe ich mal wieder einen alten Schwarz-Weiß-Film angeschaut. Vor vielen Jahren fand ich den super spannend. Aber diesmal kam er mir langatmig vor. Langsam geschnitten, zu ausgedehnte Szenen, zu viel unwichtige Handlung…

Ein Film muss heute um ein vielfaches schneller geschnitten sein als vor 30 Jahren, damit die Mehrzahl der Zuschauer ihn spannend findet. Mir geht’s da ganz genauso. Vieles wird nur noch angedeutet, nicht mehr ausgespielt. Das genügt. und je schneller die Andeutungen aneinandergereiht sind, umso witziger empfinde ich den Film. Niemand will heute mehr dabei zusehen, wie jemand seine Schuhe zubindet, es sei denn, genau das wäre für den Verlauf der Geschichte relevant.

Als dann mein Laptop mal wieder nicht so schnell reagierte wie ich klicken wollte, hätte ich es am liebsten aus dem Fenster geworfen. Ich muss mir mal wieder ernsthaft Gedanken über meinen Gemütszustand machen, dachte ich mir dann.

Mein Gefühl sagt mir, dass die Zeit immer schneller fliegt. Und ich höre viele Leute, die das gleiche Empfinden haben. Geht’s dir auch so?

Die kaum zu bewältigende E-Mail-Flut

Kürzlich erzählte mir jemand von einem Unternehmen, das den E-Mail-Empfang blockiert, solange ein Mitarbeiter im Urlaub ist. Sonst verfliegt der Erholungseffekt zu schnell, wenn der Mitarbeiter nach Rückkehr ins Büro hunderte von Mails aufarbeiten muss.

Die Datenmenge, die das Gehirn in jeder Sekunde verarbeitet, ist enorm gewachsen. Die Gehirnphysiognomie hat sich dieser Flut laut Manfred Spitzer,  ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm, bereits angepasst. Die Bereiche, die Informationen aufnehmen und grob verarbeiten, sind gewachsen und quasi besser „verdrahtet“. Die Fähigkeit zur Anpassung der Gehirnstruktur nennen Spitzer und viele andere Wissenschaftler Neuroplastizität. Das Gehirn lernt lebenslang.

Das ist die gute Nachricht!

Nebenwirkungen der schnellen Taktung

Ein Nebeneffekt dieser hohen Informationsflut ist bei vielen Menschen die Unfähigkeit, sich länger auf eine einzige Sache zu konzentrieren. Die Gedanken schweifen weiter und vieles wird schnell langweilig. Schließlich ist jede Information  in Nullkommanix gegoogelt, geyoutubed oder bei Wikipedia nachgelesen.

Ein hohes Tempo und ein enger Takt gehen meist mit einem Gefühl von Stress einher. Ein gestresster Mensch neigt dazu, überzureagieren. Er kommt nur schwer zur Ruhe und ist häufig nervös. Oft verschwindet auch die Freude an Dingen, die früher Spaß gemacht haben.

Manche Menschen vernachlässigen bei Stress soziale Kontakte und ziehen sich zurück. Oder sie haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und anderen zuzuhören.

Aber auch körperliche Beschwerden wie Schmerzen, Atemnot oder Schlaflosigkeit sind ein Indiz und für zu viel Cortisol im Blut. Ein Mensch, der die Stresshormone nicht mehr ausreichend abbauen kann, hat häufig auch eine schwierige Ausstrahlung.

Entschleunigen ohne Rückschritt

Deshalb hörst du auch immer mehr Menschen von der „Entschleunigung“ im Alltag sprechen. Aus diesem Grund möchte ich dir ein paar Methoden zeigen, mit denen du deinen rasanten Alltag gefühlt ganz schnell immer wieder drosseln kannst. Ist ja ein Paradoxon, aber es stimmt. Es braucht nicht viel, um diesen Effekt zu erreichen.

Dazu habe ich ein 5-Tage-Programm entwickelt, mit Hilfe dessen du deinen Arbeitsalltag prüfen und verändern kannst. Du kannst dir die täglichen Übungen online ins Haus bestellen (in deinen E-Mail-Postkasten) und ausprobieren. Wenn du mehr über das Übungsprogramm Stressabbau im Alltag erfahren willst, dann schau mal hier!

Hanne Demel

 

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Die eigene Wut loswerden in drei Schritten

Die eigene Wut loswerden in drei Schritten

Foto Pixabay: SauLustig

Wegdrücken oder ausleben?

Neulich hatte ich mal wieder so einen Tag, an dem nichts so gelaufen ist, wie es sollte. Sogar mein PC hat gesponnen. Ich hab immer wieder mal gehört, der PC schwingt mit der Person, die vor ihm sitzt… angeblich! Aber das nur nebenbei, denn um die IT soll’s hier nicht gehen. Continue reading →

Posted by Hanne Demel in Persönlichkeitsentwicklung, 0 comments
Anhaftung ist, wenn der Labrador jeden Hasen apportiert…

Anhaftung ist, wenn der Labrador jeden Hasen apportiert…

Foto Pixabay: 2204574

Anhaftung im Alltag erkennen

Ich hatte mal einen kohlrabenschwarzen Labrador. Er hieß Sam. Und er war versessen darauf, Dinge zu apportieren. Das war seine einzige Leidenschaft – neben Fressen natürlich. Wenn du einem Labrador mal beim Fressen zugesehen hast, weißt du, was ich meine…

Wenn auch immer sich etwas im Gebüsch bewegte, schoss er davon, um es zu holen. Ich musste draußen also immer höllisch aufpassen, damit ich rechtzeitig stopp rufen konnte, noch bevor er davonstob.

Der Labrador in dir

Wenn ich es mir so recht überlege, lebt doch ein bisschen Sam in jedem von uns. So ein kleiner schwarzer Labrador, der auf alles reagiert, was da draußen passiert, und der alles apportiert, um es uns unter die Nase zu halten, oder?

  • Da macht der Nachbar z. B. ein unfreundliches Gesicht und erwidert Ihren Gruß nicht. Fragst du dich dann vielleicht, warum er so schaut und ob er vielleicht sauer ist, weil der Grillgeruch vom Vorabend direkt zu ihm rübergezogen ist?
  • Oder dein Partner ist am Abend besonders schweigsam. Denkst du vielleicht, dass er in Gedanken bei jemand anders ist und wirst eifersüchtig. Oder glaubst, er wär sauer, weil du dich nicht um ihn gekümmert hast.
  • Oder dein Chef ignoriert dich und du glaubst, deine Arbeit wär nicht gut genug gewesen und du müsstest dich mehr reinhängen.
  • Oder deine Mitarbeiter tuscheln in der Pause und du glaubst, sie lästern über dich.

Gibt es nicht tausende solcher Beispiele – jemand legt ein bestimmtes Verhalten an den Tag und du fragst dich, wo die Verbindung zu dir liegt?

Was kannst du dagegen tun

Versuch doch einmal, alles, was passiert, so zu betrachten, als gäbe es dich selbst gar nicht. Bleibe einfach nur Beobachter in der Szenerie.

Oder halte innerlich genügend Abstand und klopf erst mal alle anderen Möglichkeiten ab, bevor du dich selbst als weitere Option mit ins Spiel bringst. Das kann sogar ziemlich Spaß machen, weil es eine unglaubliche Gelassenheit und neue Blickwinkel schenkt. Versprochen!

Sensible sind in größerer Gefahr

Gerade für die Sensiblen unter uns ist das wichtig, denn sie reagieren noch schneller auf Signale von außen. Ihre Aufmerksamkeit scannt ständig die Umgebung. Sie hören sofort das Rascheln im Gebüsch… Der kleine Schwarze braucht eine klare Führung. Dann fühlt er sich wohl und holt auch nur das, was du möchtest.

Du bist der Chef!

Du entscheidest, in welcher Reihenfolge du denkst!

Meine Erfahrungen mit Sam haben mir gezeigt, dass es trotz benötigter Aufmerksamkeit viel leichter war, ihn zurückzuhalten, bevor er auf und davon war, als ihm dann schimpfend ins Gebüsch nachzusteigen…

Welche Erfahrungen hast du gemacht? 😉

Hanne Demel

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