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Welche Ebenen kannst du abklopfen, wenn du ethisch entscheiden willst?

Gute und ethische Entscheidungen wollen erarbeitet werden. Doch wie geht das? Das ist gar nicht so leicht, ethisch zu entscheiden.

Eine Möglichkeit ist es, darüber zu reflektieren, aus welcher Ebene oder Geisteshaltung heraus du eine Entscheidung treffen willst.

Die Ebene der negativen Emotionen

Aus einer starken negativen Emotionen heraus zu entscheiden ist in den seltensten Fällen eine gute Handlungsgrundlage. Emotionen machen unklar. Das eigene Handeln ist dann in der Regel darauf ausgerichtet, einer unangenehmen Situation zu entkommen.

Etwas, das sich negativ anfühlt, soll sich verändern, und zwar pronto! Das ist verständlich. Doch es gibt Situationen, da wäre es wichtig, ein unangenehmes Gefühl noch ein kleines bisschen länger auszuhalten. Denn dann könntest du vielleicht eine sehr viel bessere Entscheidung treffen.

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Ein Beispiel: Eine Kundin von mir Ist Betreuerin. Sie wurde kürzlich bei einem Gespräch mit einem Heimleiter sehr unwirsch von ihm unterbrochen und dann sogar rausgeworfen, weil sie ihm nicht zustimmen wollte. Sie hätte am liebsten Zeter und Mordio geschrien ob dieser Frechheit. Doch sie wartete, bis ihr Ärger wieder abgeflaut war. Dann konnte sie in aller Ruhe die offiziellen Stellen einschalten und um Unterstützung bitten. Das hatte letztendlich eine sehr viel größere Wirkung als wenn sie der Emotion direkt nachgegeben und den Heimleiter – hm – geschlagen hätte.

Prüfe also immer deine Emotionen, bevor du eine Entscheidung triffst. Entscheide erst, wenn diese im „Mittelmaß“ angekommen sind.

Die Ebene der persönlichen Gier:

Du willst etwas uuuunbedingt haben. Es brennt dir unter den Nägeln… Je schneller du solch einem Gefühl nachgibst, umso leichter passiert es, dass du das später bereust. Ich kenne das gut. Z. B. beim Schuhe kaufen. Oder eben auch nicht kaufen und sie stattdessen stehen lassen. Damit mein Schuhschrank im Größenverhältnis auch weiterhin zur Anzahl meiner Schuhe passt… 😉

Gier gibt es aber auch in sehr viel versteckteren Varianten. Du kannst z. B. gierig sein nach Kontakt, nach Ruhe, nach Alleinsein, nach angenehmen Gefühlen… Gier bedeutet lediglich, dass du an etwas anhaftest und dir deshalb nicht mehr in Ruhe überlegen kannst, ob du das jetzt wirklich brauchst.

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Prüfe also immer den Grad deiner Anhaftung, bevor du eine Entscheidung triffst. Entscheide erst, wenn du dir auch vorstellen kannst, etwas nicht zu bekommen und du dabei keine Gefühlswallung mehr bekommst.

Die Ebene des Mitgefühls

Entscheidungen, die aus Mitgefühl heraus getroffen sind – das wage ich jetzt mal zu behaupten – sind die besten und ethischsten Entscheidungen. Wenn du Mitgefühl hast, schaust du auf andere gleichermaßen wie auf dich selbst. Du unterscheidest nicht zwischen dir und anderen, zwischen besser und schlechter, zwischen mehr oder weniger Wert. Du findest das heraus, was die bestmögliche Variante ist. Du handelst, ohne dich in den Vordergrund zu stellen. Und ohne dich komplett zu vergessen. Du bist Teil des Ganzen, so wie jeder andere auch.

Selbst eine unangenehme Situation lässt sich auf der Basis von Mitgefühl viel leichter aushalten. Vor allem, wenn du weißt, dass dein Aushalten jemandem oder etwas dient und eine gute langfristige Wirkung erzeugt.

Prüfe also immer den Status deines Mitgefühls und deines Verständnisses für andere, bevor du eine Entscheidung triffst. Entscheide erst dann, wenn du Liebe und Mitgefühl in dir aktiviert hast.

In diesem Sinne wünsche ich dir, all deine Entscheidungen auf einer guten ethischen Grundlage treffen zu können. Wenn du dabei Unterstützung suchst, schau mal hier. Ich helfe dir gern in einem Online-Workshop dabei, deine Entscheidung klar und mit gutem Gefühl zu treffen.

Deine Hanne Demel

Dieser Artikel ist auch hier im XING-Magazin erschienen.

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